Helaba – Marktkommentar Aktien: Infineon, Deutsche Bank, Deutsche Post, GEA, MAN, Siemens, Daimler, Deutsche Bahn
Infineon
Nach mehreren gescheiterten Versuchen will Russland nun über das Bundeskanzleramt Zugriff auf den Chipkonzern Infineon bekommen. Präsident Dmitri Medwe-dew und Premier Wladimir Putin haben in Gesprächen mit Angela Merkel hartnäckig insistiert, dass der russische Mischkonzern Sistema bei Infineon mit 29% einsteigen darf. Das Kanzleramt hat sich daraufhin bereit erklärt, als Vermittler aufzutreten, heißt es. (FTD S. 1) Deutsche Bank
Nach der Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank zieht die neue Mutter die Zügel am Standort Luxemburg an. Die Beschäftigtenzahl wird mit dem Abbau von rund 100 Stellen halbiert. (Handelsblatt S. 34) Deutsche Post
Erstmals seit 13 Jahren möchte die Deutsch Post das Briefporte für Privatkunden wieder erhöhen. Post-Chef Frank Appel weist aber Spekulationen über einen schärferen Sparkurs zurück. (Süddeutsche Zeitung S. 20/Welt S. 11) GEA
Der Bochumer Maschinenbauer GEA gibt sich nachvollziehbarere Strukturen. Seit mehr als einem Jahr wird der gesamte Konzern umgebaut, in der Hoffnung, damit die Gewinnmargen dauerhaft und deutlich steigern zu können und der GEA Group zu mehr Bekanntheit zu verhelfen. (FAZ S. 12) MAN
Die Motoren- und Turbinensparte des Nutzfahrzeugkonzerns MAN profitiert von der konjunkturellen Erholung. Es gebe wieder mehr Bestellungen, sagte Bereichsleiter Klaus Stahlmann. Der Auftragseingang werde über 3 Mrd EUR liegen. (Welt S. 11) Siemens
Der Siemens-Konzern will sich angesichts der Finanzkrise unabhängiger von Kreditinstituten machen und eine Bank gründen. “Wir haben vor einiger Zeit eine Banklizenz beantragt”, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser der “Süddeutschen Zeitung”. Er hoffe, diese in nächster Zeit von der Bankenaufsicht Bafin zu erhalten. Siemens plane keine Kundenbank, sondern wolle angesichts der Finanzkrise für sich selbst Bankgeschäfte tätigen. “Unsere Liquidität liegt derzeit bei fast neun Milliarden Euro, dafür brauchen wir insbesondere sichere Anlagemöglichkeiten. Das könnten wir in Zukunft eben dann selbst mitgestalten”, sagte Kaeser. Für das am Mittwoch endende Geschäftsquartal zeigte sich Kaeser optimistisch. Das Auftragswachstum kehre zurück, meinte er. Bisher waren die Siemens-Aufträge in der Krise zurückgegangen. Von einem Ende der Talsohle wollte der Siemens-Vorstand aber noch nicht sprechen. (www.oe24.at) Daimler
Die Bus-Sparte nimmt Kurs auf Asien. Der Konzern peilt in der Sparte ein doppelt so starkes Wachstum wie der Gesamtmarkt an. Einen Schub gebe es durch Hybrid-Antriebe, sagte Hartmut Schick, Leiter von Daimler Buses. (Welt S. 12) Deutsche Bahn
Die Deutsche Bahn gerät zunehmend unter Druck wegen ihres großen Einflusses auf das Schienennetz. Immer mehr Stimmen fordern eine stärkere Trennung des Konzerns vom Netz. Die EU-Kommission hat angekündigt, die Bundesregierung wegen der Verflechtung zu verklagen. “Das muss man ernst nehmen”, sagte FDP-Fraktionsvize Patrick Döring. (Süddeutsche Zeitung S. 17)