DEUTSCHE AKTIEN

9:24 | 09.11.2009
Lang & Schwarz – Daily Trader: Arcandor, BASF, BayWa, Beiersdorf, Daimler, Deutsche Bank, GAGFAH, Porsche, ProSiebenSat.1 Media, Siemens, VW

Arcandor: Nach Angaben der stellvertretenden Verdi-Vorsitzenden Margret Mönig-Raane werden die Karstadt-Beschäftigten ihren Beitrag zur Sanierung des Unternehmens leisten. Die rund 28.000 Karstadt-Mitarbeiter werden demnach auf 50 Mio. Euro jährlich über einen Zeitraum von 3 Jahren verzichten. Das Geld werde zunächst auf ein Treuhandkonto gelegt, solange das Unternehmen in der Insolvenz sei. Verzichten müssen die Mitarbeiter auf Teile ihres Weihnachts- und Urlaubsgelds sowie auf tarifliche Vorsorgeleistungen. Der Einigung mit dem Insolvenzverwalter auf Eckpunkte für einen Sanierungsplan muss die Tarifkommission der Gewerkschaft heute noch zustimmen.

BASF:
Nach einem Bericht des „Spiegel“ passt der Chemiekonzern als erstes DAX-Unternehmen seine Vorstandsbezüge an den neuen Vorgaben für Manager-Vergütungen an. Die Verträge aller Vorstände orientierten sich zum 01.01.2010 an die neuen gesetzlichen Vorgaben, wonach sich die Tantiemen stärker am langfristigen Unternehmenserfolg auszurichten haben. BASF-Vorstände müssen deshalb künftig mindestens 10% ihrer Bruttotantieme in Aktien des Unternehmens investieren, die für vier Jahre festliegen.

BayWa: Der Konzern hat laut „FTD“ mit seinem neuen Geschäftsfeld erneuerbare Energien weitreichende Pläne. Das Unternehmen wolle selbst Betreiber von Biogasanlagen, Fotovoltaikanlagen oder Windparks werden, sagte Vorstandschef Josef Lutz gegenüber der Zeitung. Das Geschäftsmodell sehe beispielsweise die Errichtung von Solaranlagen auf eigenen und fremden Grundstücken vor. Die Anlage selbst könnte dann an Fonds oder Investoren verkauft werden, während Baywa als Dienstleister die Anlage betreut. Für 2010 sei im Segment erneuerbarer Energien einschließlich der Solarmodule im BayWa-Baustoffhandel ein Umsatz von rund 350 Mio. Euro zu erwarten, so Lutz weiter.

Beiersdorf:
Mitten in der dramatischen Auftragsflaute der Firmengeschichte baut Tesa laut „FTD“ sein Sortiment mit hohen Investitionen in Richtung Hightech-Angebote aus. Erst vor wenigen Wochen startete das Unternehmen eine 18 Mio. Euro teure Reinraumproduktion, mit der Tesa zum Lieferanten der Pharmabranche werden will. Nun baut Tesa für 40 Mio. Euro eine weitere Fabrik, die ab dem kommenden Frühjahr hochtechnologische doppelseitige Klebebänder fertigen wird. Damit will Tesa sich den Weg in die Baubranche ebnen. „Beides sind völlig neue, aber sehr attraktive Märkte für uns, von denen wir uns einiges versprechen“, sagte Tesa-Chef Thomas Schlegel der Zeitung.

Daimler:
Der Autokonzern hat laut „FTD“ zusammen mit dem Versicherungskonzern HDI-Gerling einen Einheitspreis für die Versicherung bestimmter Fahrzeugtypen eingeführt. „Der Kunde bekommt unabhängig von seiner Versicherungsgeschichte, Fahrleistung doer anderen Merkmalen eine Deckung zum Festpreis, beispielsweise von 29,00 Euro pro Monat für die A-Klasse“ sagte Hanns Martin Schindewolf, Chef von Daimler Insurance Services. „Es geht um die Einfachheit im Verkauf. Wir können die Versicherung dann viel leichter mit dem Leasingpreis bündeln und damit mehr Policen zusammen mit den Fahrzeugen absetzen“, so Schindewolf gegenüber der Zeitung. Die Pläne, den Mitarbeiter-Bonus in Aktien zu tauschen, drohen zu scheitern. Eine Konzernsprecherin erklärte, dass es aus steuerrechtlichen Gründen schwierig werde könnte, ein attraktives Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungsmodell zu verabschieden. Sie bestätigte damit einen Bericht der „FAZ“. Es wird noch im laufenden Jahr mit einer Entscheidung gerechnet. Sofern das Modell scheitern, soll das Geld entweder im Mai oder Oktober 2010 verzinst an die Mitarbeiter ausbezahlt werden.

Deutsche Bank: Nach einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ will sich die Bank in den kommende 2 Jahren in ihrer Sparte Private Clients and Asset Management auf die zentralen Geschäftsbereiche und die Marktführerschaft auf dem Heimatmarkt konzentrieren. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen Mitarbeiterbrief von Vorstandschef Josef Ackermann. In den Sparten Corporate und Investment Banking soll bei erhöhter Risiko- und Budgetdisziplin die Profitabilität gesteigert werden. Des Weiteren will das Institut im Segment Global Markets sein Aktien- und Rohstoffgeschäft sowie seine weltweite elektronische Plattform verstärken. Im Corporate Finance-Geschäft wird weltweit ein Platz unter den ersten 5 angestrebt. Darüber hinaus wird Asien als die Schlüsselregion für zukünftiges Wachstum betrachtet.

GAGFAH:
Laut „FTD“ tauscht der Immobilienkonzern seinen Finanzchef aus. Der Zeitung zufolge hat Finanzen-Geschäftsführer Rolf Glessing sein Amt bereits Ende Oktober niedergelegt. Informierte Personen geht davon aus, dass Vorstandschef William Joseph Brennan kommissarisch das Ressort übernimmt.

Porsche: Der bisherige Controlling-Leiter Lutz Meschke wird ab sofort das Finanzressort im Vorstand übernehmen. Er tritt damit die Nachfolge von Holger Härter an.Den weiteren Angaben zufolge war Meschke am 2008 gestarteten Kostensenkungsprogramm maßgeblich beteiligt gewesen.

ProSiebenSat.1 Media:
Der TV-Konzern wird kommenden Frühjahr einen neuen Fernsehsender speziell für Frauen anbieten. Der frei empfangbare Kanal FemTV werde auf Themen rund um Mode, Lifestyle, Beauty, Food und Gesundheit setzen, erklärte Konzern- Vorstand Andreas Bartl im Gespräch mit dem Magazin „Der Spiegel“. Der neue Sender soll bereits binnen 2 Jahren Gewinne schreiben und mittelfristig einen Marktanteil zwischen 2% und 5% bei den 19- bis 49- jährigen Frauen erreichen.

Siemens: Vorstandsmitglied Barbara Kux hat im Gespräch mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“ erklärt, dass das Geschäft mit Umwelttechnologie deutlich stärker wächst als viele andere Bereiche. In diesem Bereich sähen die Zahlen „sehr gut“ aus, sie hätten zudem die eigenen Vorgaben im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30.09.) übertroffen, teilte sie mit. Sixt: Finanzvorstand Julian zu Putlitz rechnet damit, dass die Nachfrage mittelfristig wieder anziehen wird. Der Autovermieter werde deshalb die Fahrzeugflotte wieder ausbauen und entsprechende Investitionen in den Fuhrpark vornehmen, erklärte er im Gespräch mit der „Euro am Sonntag“. Finanziert werden soll dies durch eine kürzlich platzierte Anleihe im Wert von 300 Mio. Euro. Zu Pulitz betonte, dass auch in Zukunft Anleihen ein Weg seien, um sich frisches Kapital zu beschaffen. Insbesondere um die Internationalisierung besser voranzutreiben soll der Kapitalmarkt künftig stärker in Anspruch genommen werden. Er bestätigte darüber hinaus die Gesamtjahresprognose eines positiven Ergebnisses vor Steuern.

Volkswagen: Nach Einschätzung von Vorstandschef Martin Winterkorn muss sich die Automobilbranche im nächsten Jahr auf nochmals erschwerte Bedingungen einstellen. Das Jahr 2010 werde schwieriger werden als das Jahr 2009, sagte er im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“. Er fügte hinzu, dass noch einige Zeit vergehen werde, bis man wieder auf die Volumina komme, wie sie 2011 und 2012 prognostiziert waren. Trotz der etwas entspannteren Lage zum ende diesen Jahres bleibe die Lage weiterhin dramatisch, ergänzte Winterkorn.


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