DEUTSCHE AKTIEN

8:44 | 20.11.2009
Lang & Schwarz – Daily Trader: Bayer, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Hochtief, Merck, Münchener Rück, Rewe, VW

Bayer: Der Konzern hat positive Studiendaten zu Rivaroxaban bei der Sekundärprophylaxe von rezidivem symptomatischen Venenthrombosen angekündigt. Eine Sprecherin teilte mit, der primäre Endpunkt der Studie sei erreicht worden. Die detaillierten Studienergebnisse der Einstein-Extension-Studie der Phase III will Bayer Schering Pharma am 08.12. auf der 51. Jahrestagung der American Society of Hematology in New Orleans vorstellen.

Deutsche Bank: Vorstandschef Josef Ackermann hat im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt, dass er das Renditeziel von 25% gefährdet sieht, sollten die Eigenkapitalanforderungen künftig steigen. In diesem Fall würde es dann schwieriger das Ziel zu erreichen, sagte er. Ackermann wies darauf hin, dass die 25% kein Wert an sich seien. Vielmehr sei es das Ziel, zu den besten Banken der Welt zu zählen. Sollten dann für alle Marktteilnehmer andere Voraussetzungen gelten, dann würde sich voraussichtlich auch die Messlatte für die Besten anpassen, erklärte er. Zugleich verteidigte er seine Anfang der Woche vorgetragenen Pläne für einen Notfallfonds: „Viele Kritiker gehen von der unrealistischen Annahme aus, eine systemische Bankenkrise lasse sich ohne staatlichen Mitteleinsatz lösen“, sagte Ackermann. Die Ratingagentur Moody’s prüft mehrere Ratings der Deutschen Bank auf eine mögliche Herabstufung. Davon betroffen sind das Finanzstärkerating (BFSR) sowie das Langfristrating und die Einlagenratings. Derzeit laute das BFSR auf „B“ und das Langfristrating und die Einlagenratings auf „Aa1“. Das Kurzfrist-Rating wurde mit „Prime-1“ bestätigt. Die Ratingagentur begründete die Maßnahme mit ihrer Erwartung, dass sich die Qualität der Assets im Zuge der Wirtschaftskrise in den kommenden Quartalen verschlechtern wird. In der Folge könnte dies zu höheren Abschreibungen auf Kredite führen als bislang im Rahmen der Ratings erwartet wurde. Für die Deutsche Bank ist der Kauf von Teilen der niederländischen Staatsbank ABN Amro laut „Handelsblatt“ noch nicht in trockenen Tüchern. Das niederländische Parlament müsse der Transaktion bis zum 31.12.2009 zustimmen, sonst scheitere der vor einem Monat vereinbarte Verkauf, teilte das Finanzminsterium mit. Dann stehe der Deutschen Bank eine Entschädigung von 35 Mio. Euro zu.

Deutsche Telekom: Der Telekommunikationskonzern sucht laut „Handelsblatt“ für seine US-Tochter T-Mobile USA einen Partner. Der Zeitung zufolge ist das derzeit die bevorzugte Lösung, um die hohen Investitionen in das US-Netz zu finanzieren. Um die Investitionen zu stemmen – allein in 2009 lagen sie bei 3 Mrd. USD – sucht der Konzern einen Partner. Denkbar ist dem Bericht zufolge dabei eine „Netzehe“ mit Billiganbietern wie Metro PCS oder Clearwire. Aber auch eine Kooperation mit AT&T wird erwogen. Dessen Mobilfunknetz hat in der Mitte und im Westen Lücken. Dort ist zum Teil T-Mobile USA vertreten und könnte so AT&T nützen. Eine Kooperation mit AT&T könnte aber kartellrechtliche Probleme bereiten.

Hochtief:
Der Bau- und Dienstleistungskonzern hat die Preisspanne für die Aktien der vor einem Börsengang stehenden Tochter Concessions auf 24,00 bis 29,00 Euro festgesetzt. Das Angebot wird bis zu 25 Mio. Aktien der Hochtief Concessions AG aus einer noch zu beschließenden Kapitalerhöhung umfassen. Hinzu kommen bis zu 9,44 Mio. Aktien aus dem Bestand der Hochtief AG. Für eine mögliche Mehrzuteilung stehen weitere bis zu 4,79 Mio. Aktien bereit. Die Zeichnungsfrist beginnt am heutigen Freitag und endet am 03. Dezember. Die Handelsaufnahme der Aktien ist für den 04.12. vorgesehen. Hochtief rechnet im Zuge des IPOs seiner Tochter für sich selbst mit Bruttoeinnahmen von 400 Mio. Euro. Das Volumen der Gesamtplatzierung wird sich auf 0,88 Mrd. bis 1,01 Mrd. Euro belaufen. Hochtief wird nach Abschluss des Angebots noch die Mehrheit von mindestens 51% an Concessions halten.

Merck: Das wissenschaftliche Komitee der European Medicines Agency (EMEA) hat erneut das Krebsmedikament Erbitux zur Behandlung von fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs nicht zur Zulassung empfohlen.

Münchener Rück:
Finanzvorstand Jörg Schneider hat im Gespräch mit „Dow Jones Newswires“ erklärt, dass der Konzern offen sei für den Zukauf von Versicherungsassets, um seine Geschäfte zu stärken. Die möglichen Verkäufer seien trotz der Finanzkrise in den vergangenen 18 Monaten jedoch nicht sonderlich unter Druck gewesen. Dies könne sich jedoch bald ändern. Die Europäische Kommission dränge darauf, dass Unternehmen, die massive Staatshilfen erhielten, sich nun von einigen Vermögensteilen trennen. Als Beispiel führte er die ING Groep und die Royal Bank of Scotland Group an. Inwiefern die Münchener Rück aber an den nun zum Verkauf stehenden Teilen interessiert ist, wollte er nicht kommentieren. Schneider betonte, man schaue sich alles an, allerdings sei es im Augenblick nicht sehr wahrscheinlich, dass in Kürze große Unternehmen übernommen würden. Des Weiteren bekräftigte er, dass sein Konzern keine überhöhten Preise zahlen werde. Mit Blick auf das operative Geschäft erklärte er, dass der Rückversicherer auf einem guten Weg sei, sein Ziel für die Schaden-/Kostenquote von 97% in diesem Jahr zu erreichen. Ferner werde der Konzern sein Ziel für die Rendite nach Steuern auf risikoadjustiertes Eigenkapital von 15% voraussichtlich erreichen. Schneider hat darüber hinaus Bedenken zurückgewiesen, wonach die Versicherungswirtschaft für die allgemeine Wirtschaft ein ebenso großes Risiko darstelle wie die Bankenbranche. Er betonte, dass die Branche eine wichtige Größe in der Realwirtschaft sei, weil sie die Verteilung von Risiken ermögliche.

Rewe: Der Handelskonzern will sein Touristikgeschäft ausweiten und verhandelt laut „FTD“ über einen Einstieg beim Hotelbetreiber Club Aldiana. Der Konzern führt derzeit Gespräche mit dem spanischen Mehrheitsaktionär, dem Baukonzern Grupo Santana Cazorla, über einen Beteiligungsverkauf. Die Spanier sprechen ihrerseits mit dem Aldiana-Minderheitsaktionär Thomas Cook darüber, dessen 25-Prozent-Anteil zu übernehmen.

Volkswagen:
Der Aufsichtsrat hat die geplante Übernahme von Porsche abgesegnet. In seiner Sitzung in der vergangenen Nacht stimmte das Gremium den Durchführungsverträgen zu der im August getroffenen Grundlagenvereinbarung zu. Den weiteren Angaben zufolge wird sich heute auch der Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE mit den Durchführungsverträgen befassen. In diesen Verträgen werden nach Unternehmensangaben organisatorische, strukturelle und rechtliche Details der Zusammenführung beider Unternehmen verbindlich geregelt und die einzelnen Transaktionsschritte festgelegt. Die drei Familienstämme Battenfeld, Boll und Karmann sind sich laut „Handelsblatt“ unter Berufung auf Verhandlungskreise grundsätzlich über einen Teilverkauf des insolventen Autozulieferers Karmann einig. Ursprünglich drohte der Deal an der Preisvorstellung der Erben zu scheitern. Die Familien, denen Anlagen und Gelände des Autozulieferers gehören, erwarteten gut 60 Mio. Euro. Volkswagen wollte maximal 30 Mio. Euro zahlen. Inzwischen ist zumindest ein Kompromiss mit einer gemeinsamen Preisspanne gefunden.


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