DEUTSCHE AKTIEN

9:24 | 28.10.2009
Lang & Schwarz-Daily Trader: Deutsche Bank, Commerzbank, Daimler, Deutsche Börse, Deutsche Telekom, Elringklinger, Infineon Technologies, MAN, ProSiebenSat.1 Media, SAP, Siemens

Deutsche Bank: Die Bank wählt bei der in Kürze bevorstehenden Mehrheitsübernahme der Privatbank Sal. Oppenheim laut der Zeitung “Die Welt” eine bisher nicht erwartete Konstruktion. Demnach will die Deutsche Bank die in Luxemburg ansässige Holdinggesellschaft Sal. Oppenheim zu 100% übernehmen und über diese einen 75%-Anteil an der in Köln sitzenden Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) übernehmen. Die Alteigentümer der Bank sollen sich dem Bericht zufolge komplett aus der Holding zurückziehen und einen knapp 25%- Anteil an der in Köln ansässigen Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) erhalten. Die KGaA soll im Gegenzug die zentrale Einheit für das operative Geschäft werden. Bislang hält die Luxemburger Holding 100% an der KGaA. Die neue Konstruktion biete vor allem steuerliche Vorteile, verlautete aus dem Umfeld der Beteiligten. Die Details zum Mehrheitseinstieg der Deutschen Bank bei Sal. Oppenheim werden noch im Laufe der Woche erwartet. Laut einem Bericht des “Handelsblatt” wird sich der Aufsichtsrat der Bank auf seiner heutigen Sitzung mit dem Erwerb der Privatbank Sal. Oppenheim befassen. Dabei wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Rahmenvertrag mit Eckdaten für die Übernahme geben, hieß es in den Kreisen. Allerdings hätten die beteiligten Parteien bis zuletzt um Details gerungen. Die Deutsche Bank wird dem Bericht zufolge für rund eine Mrd. Euro die Oppenheim-Gruppe übernehmen. Den Gesellschaftern von Sal. Oppenheim wird die Option eingeräumt, auch zukünftig bis zu 24,9 Prozent der Anteile zu halten. Die Deutsche Bank sei lediglich an der Vermögensverwaltung von Sal. Oppenheim interessiert, das Investment-Banking und die BHF Bank wolle sie weiterreichen. Während die australische Bank Macquarie das Investment- Banking kaufen wolle, habe sich nun auch mit der LGT Bank aus Liechtenstein ein erster Interessent für die BHF Bank gemeldet.

Commerzbank: Die Bank hat nach eigenen Angaben den von ihr gehaltenen 74%-Anteil an der österreichischen Privatinvest Bank an die Zürcher Kantonalbank verkauft. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. In Branchenkreisen war zuletzt der gesamten Privatinvest Bank ein Wert im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zugemessen worden. Die restlichen 26% an der Bank wurden bislang von der Erste-Bank-Tochter Salzburger Sparkasse gehalten, die ihren Anteil nun ebenfalls an die Zürcher Kantonalbank verkauft.

Daimler: In der Lkw-Sparte des Mannheimer Daimler-Werks wird es laut “Mannheimer Morgen” auch im nächsten Jahr Kurzarbeit geben. Das sagte Hermann Doppler, Leiter der Lkw-Motorenproduktion, der Zeitung gegenüber. Derzeit arbeiten 2.200 der rund 5.300 Mitarbeiter in der Lkw-Sparte kurz. Nach Ansicht Dopplers ist die Talsohle auf dem Lkw-Markt mittlerweile erreicht, wann die Branchenkrise allerdings vorüber sei, könne zurzeit niemand vorhersagen.

Deutsche Börse:
Die Terminbörse Eurex steigt laut “Handelsblatt” im November in den Stromhandel ein. In Zusammenarbeit mit der Leipziger Energiebörse EEX wird die Eurex ihren Kunden das Geschäft mit Derivaten auf den Stromindex Phelix (Physical Electricity Index) anbieten. “Wir planen einen Ausbau unserer Kooperation mit der EEX und wollen die Phelix-Stromderivate ab Ende November auch über unsere Terminals anbieten”, sagte Eurex-Vorstand Peter Reitz der Zeitung.

Deutsche Telekom: Die Tochter T-Mobile USA geht laut “FTD” auf ihrem Heimatmarkt in die Offensive und bietet seit Montag Dienstleistungen an, die nicht an einen langfristigen Vertrag gebunden sind. So sollen Kunden für einen monatlichen Preis von 79,99 USD unbegrenzt telefonieren, Kurzmitteilungen senden und im Internet surfen können, ohne dass sie sich dafür wie sonst üblich für zwei Jahre an das Unternehmen binden. Das Angebot entspricht einem Nachlass von 20% auf die Standardmonatsgebühr.

Elringklinger: Der Automobilzulieferer erwirbt für einen niedrigen einstellligen Mio.-Euro-Betrag den türkischen Hitzeschild-Hersteller Ompas. Die bisherigen Eigentümer von Ompas bleiben mit 10% an dem Unternehmen beteiligt. Der Kaufpreis beinhaltet auch die Verbindlichkeiten von Ompas. 2008 erzielte das türkische Unternehmen Umsatzerlöse in Höhe von rund drei Mio. Euro.

Infineon Technologies:
Der Nominierungsausschuss des Konzerns hat erwartungsgemäß den ehemaligen Siemens-Vorstand Klaus Wucherer als neuen Aufsichtsratsvorsitzenden vorgeschlagen. Das Mandat des bisherigen Amtsinhabers Max Dietrich Kley laufe mit Ende der kommenden Hauptversammlung am 11.02.2010 aus, teilte Infineon mit.

MAN: Wie CEO Hakan Samuelsson laut der “Süddeutschen Zeitung” sagte, will MAN Lastwagen in Russland herstellen. Verhandlungen mit mehreren möglichen Partnern befinden sich der Zeitung zufolge bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Diese Investition wird aber nach Informationen der Zeitung lediglich der Einstieg in den russischen Markt sein, den MAN heute von Polen aus beliefere. Vorbild für ein Werk in Russland könnte der Standort im brasilianischen Resende sein, den MAN im Frühjahr von VW erworben hat. Die Herstellung eines schweren Lastwagens koste dort nur halb so viel wie in einer der üblichen Fabriken.

ProSiebenSat.1 Media: Der Fernsehkonzern vollzieht laut “Handelsblatt” eine Kehrtwende. Die Sendergruppe will sich künftig nicht mehr hauptsächlich auf Einnahmen aus dem Verkauf von Werbezeiten verlassen. “Die Richtung ist für uns klar: Wir müssen vom Werbemarkt unabhängiger werden”, sagte Vorstandschef Thomas Ebeling der Zeitung. Allerdings brauche der Wandel Zeit und sei nur in sehr kleinen Schritten zu schafffen, so Ebeling.

SAP:
Die Umsatzerlöse gingen in Q3 2009 auf 2,51 (2,76; Marktkonsens: 2,63) Mrd. Euro zurück. die Software- und softwarebezogenen Serviceumsätze lagen bei 1,94 (1,99; Marktkonsens: 1,99) Mrd. Euro. Die Softwareerlöse sanken auf 525 (763; Marktkonsens: 570) Mio. Euro. Das operative Ergebnis verringerte sich auf 606 (614; Marktkonsens: 663) Mio. Euro. Das Nettoergebnis stieg auf 435 (388; Marktkonsens: 443) Mio. Euro. SAP hat seine Erwartungen für die Kernerlöse im laufenden Jahr erneut gesenkt. Der Konzern rechnet 2009 damit, dass die Software- und softwarebezogenen Serviceumsätze gegenüber dem Vorjahr um 6% bis 8% (bisher: -4% bis -6%) sinken. Die Margenerwartung (25,5% bis 27%) wurde dagegen bestätigt.

Siemens: Die Gespräche zwischen dem französischen Kraftwerksbauer Areva und Siemens über dessen Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen Areva NP sind einem Bericht der Tageszeitung “Les Echos” zufolge ins Stocken geraten. Beide Seiten könnten sich nicht über den Verkaufspreis und die Bedingungen des Ausstiegs einigen.


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