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10:10 | 20.08.2008
Hang Seng
Aufgrund der außerordentlich hohen Wachstumsdynamik des Landes zählten chinesische Aktien lange Zeit zu den Lieblingen der internationalen Anlegergemeinde. Auch die Privatanleger im Reich der Mitte haben die Börse zunehmend entdeckt und mangels Anlageerfahrung die Bewertung einiger sogenannter A-Aktien, die nur von Inländern gehandelt werden dürfen, auf zum Teil irrwitzige Höhen geschraubt, die an die Zeiten des Neuen Marktes in Deutschland erinnerten. Mittlerweile hat sich der Trend dramatisch gedreht. Die Verbindung aus einer steigenden Inflation (zuletzt über 6 Prozent) und einer wirtschaftlichen Abkühlung – wobei immer noch ein Wachstum von rund 9 Prozent erwartet wird – führte zu einer Welle von Verkäufen, in deren Folge der inländische Shenzhen B Share Index fast 50 Prozent seines Wertes verloren hat. Auch die H-Shares an der Börse Hongkong, die auch von internationalen Investoren gekauft werden dürfen, haben stark gelitten. Vor diesem Hintergrund wagten wir im März den Einstieg beim Hang Seng Index (HSI) – allerdings mit einem sehr konservativen gekappten Bonuszertifikat (ISIN: DE000DB0RBL2). Hintergrund war die Einschätzung, dass zumindest die Abwärtsdynamik chinesischer Aktien nun langsam aber sicher abnehmen sollte. Diese Investmenthypothese erwies sich bislang als richtig: der Hang Seng Index hat seit Mitte März kein neues Tief gebildet, so dass wir mit unserem Zertifikat seitdem eine Rendite von 13 Prozent erwirtschaften konnten. Die Performancedifferenz resultiert aus der unterschiedlichen Fokussierung der beiden Marktbarometer. Während sich nämlich der HSCEI ausschließlich auf Unternehmen vom chinesischen Festland beschränkt, die in Hongkong gelistet sind (H-Shares), enthält der HSI auch in Hongkong angesiedelte Unternehmen mit einer internationalen Ausrichtung wie HSBC oder Hutchinson, bei denen die Berg- und Talfahrt der jüngsten Vergangenheit deutlich schwächer ausgefallen war. Demgegenüber gehörten die Schwergewichte des HSCEI wie etwa China Construction Bank, Industrial and Commercial Bank of China oder China Life zu den größten Lieblingen des chinesischen Festlandspublikums, was ihnen zunächst zwar überdurchschnittliche Kurszuwächse gebracht hat, wodurch sie aber bei den panikartigen Verkäufen der letzten Monate an die Spitze der Verliererlisten katapultiert wurden. Wenn der Wind wieder dreht, halten wir eine Wiederholung nach gleichem Muster und somit zumindest eine vorübergehende Outperformance des HSCEI für wahrscheinlich. Deswegen haben wir hier eine erste Position aufgebaut, allerdings wieder mit einem konservativen Instrument. Der Risikopuffer unseres wiederum gekappten Bonuszertifikats (ISIN: DE000SG5F316) lag zum Investitionszeitpunkt bei 30,5 Prozent, bei einer annualisierten Rendite von 23 Prozent. Der Rückgriff auf diese Derivateklasse verdeutlicht, dass wir immer noch davon ausgehen, dass in Hongkong spürbare Abwärtsrisiken vorhanden sind – allerdings war das Sentiment zuletzt schon sehr negativ, so dass in den aktuellen Kursen schon viel eingepreist sein sollte. Zu einem gegebenen Zeitpunkt werden wir unserer China-Position noch ein weiteres Mal aufstocken. Unser Urteil: Vorsichtiger Ausbau einer Position in Hongkong / China mit defensiven Instrumenten erscheint angebracht
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