EMERGING MARKETS

9:45 | 11.08.2010
Übersicht der Wirtschaftsdaten Chinas für den Juli und den ersten 7 Monaten

Liebe Leser,

die schweren Unwetter die derzeit über weite Teile Chinas toben hinterlassen erste Spuren für die Entwicklung der heimischen Nahrungsmittelpreise. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bereits am Sonnabend berichtete, seien die Preise für Schweinefleisch wieder auf dem Vormarsch und werden Auswirkungen auf die Inflationsrate haben, denn dieser Bereich ist mit 3 Prozent in Chinas Verbraucherpreisindex (CPI) gewichtet. Die Nahrungsmittelpreise an sich, machen etwa ein Drittel des Indexes aus.

Verbraucherpreise

Wie berechtigt die Sorge war, zeigen die heute durch das Statistikbüro veröffentlichten Zahlen für den Juli. Diese weisen einen Anstieg des CPI um 3,3 Prozent aus, der höchste Stand in diesem Jahr. Damit ist die durch die Regierung angepeilte Obergrenze von 3 Prozent um 0,3 Prozent überschritten worden. Gegenüber dem Juni stieg der CPI um 0,4 Prozent an.
Neben der Fleisch- Verteuerung ist es vor allem der Anstieg der Agrarprodukte, welche zu dieser Teuerungsrate führte.
Wie das Ministerium für Landwirtschaft mitteilte, sind allein seit dem 21. Juli mehr als 7 Millionen Hektar Ackerland von sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen zerstört worden und haben unter anderem Früchte wie die Mungobohne , Kartoffeln und Buchweizen schwer getroffen. Die Nahrungsmittelpreise für sich stiegen um 6,8 Prozent und lagen damit um 1,1 Prozent über dem Juni- Anstieg.
Der Anstieg des CPI betrug in den ersten sieben Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres 2,7 Prozent und liegt damit noch unter der genannten Obergrenze.
Die Entwicklungs- und Reformkommission geht davon aus, dass sich der Index in der zweiten Jahreshälfte auf dem Niveau von 3 Prozent Anstieg entwickeln wird.
Der Spitzenwert wird im laufenden dritten Quartal erreicht, so Li Huiyong, Analyst in der Shenyin Wanguo Securities.
Der Index der Erzeugerpreise, eine wichtige Komponente für die Inflation auf der Großhandelsebene, stieg im Juli um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, lag aber um 1,6 Prozent niedriger wie noch im Juni.

Der Binnenmarkt Chinas ist weiter in Takt, dass zeigen die Daten des Einzelhandelsumsatzes für den Juli als einer der wichtigsten Gradmesser für die Konsumausgaben.
Er stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,9 Prozent auf 1,22 Bio. Yuan (180,80 Mrd. USD). Gegenüber dem Vormonat war das ein geringfügiger Rückgang von 0,4 Prozent, so das chinesische Statistikbüro.
Auf sicht der ersten sieben Monate lag der Anstieg des Einzelhandelsumsatzes gegen über dem Vorjahreszeitraum bei 18,2 Prozent auf 8,49 Billionen Yuan (1,24 Bio. USD).
In den städtischen Räumen stiegen die Umsätze um 18,2 Prozent und in den ländlichen Gebieten um 16,1 Prozent.
Das Wachstum der industriellen Wertschöpfung in China legte im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,4 Prozent zu und lag um 0,3 Prozent unter dem Juni- Anstieg.


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