EMERGING MARKETS

10:09 | 07.02.2012
UBS-Zahlen – böses Omen für Commerzbank und Deutsche Bank?

Frankfurt 07.02.2012 (www.emfis.de) Die UBS hat mit ihrem heutigen Zahlenwerk die Erwartungen des Marktes bitter enttäuscht. So ging im Gesamtjahr 2011 der Gewinn um 44 Prozent auf 4,23 Milliarden Franken zurück, was umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro entspricht. Noch schlimmer sah es im vierten Quartal aus. Hier wurde lediglich ein Gewinn von 393 Millionen Franken erzielt. Im Jahresvergleich stellt dies einen Einbruch um 76 Prozent dar. 

Das schlechte Zahlenwerk der UBS ist wenig ermutigend, und könnte heute auch auf die übrigen europäischen Finanztitel negativ abstrahlen. Der belastende Einfluss auf die beiden großen deutschen Bankenwerte – die Deutsche Bank und die Commerzbank – sollte aber begrenzt bleiben. Zumindest die Deutsche Bank hat bereits selbst ihre Jahreszahlen veröffentlicht. Zwar fielen auch hier die Ergebnisse enttäuschend aus, doch der Markt hat dies bereits zur Kenntnis genommen und größtenteils in den Kurs eingearbeitet. Die nach wie vor stark angeschlagene Commerzbank wiederum hat ganz andere Probleme als das operative Geschäft, in dem sie sich zudem zumindest in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 auch durchaus vergleichsweise wacker schlug. 

Hinzu kommt noch, dass es bei der UBS Sonderfaktoren gab, die das Ergebnis zusätzlich belastet haben. Beispielsweise fuhr dort die Investment-Banking-Sparte im Gesamtjahr ein Minus ein, nachdem ein einzelner Händler mit nicht genehmigten Geschäften einen Verlust von rund 1,5 Milliarden Euro verursacht hatte. 

Bankaktien – wo sind die Perspektiven?

Weitaus negativer könnten die Anleger dagegen den Ausblick der UBS einschätzen, der ebenfalls mau ausfiel. Die Schweizer Großbank geht beispielsweise derzeit nicht von der sonst zu Jahresbeginn üblichen guten Geschäftsentwicklung aus, da die Kunden weiterhin die Euro-Schuldenkrise und auch die Schuldenproblematik in den USA im Blick hätten. Dies werde die Gewinnentwicklung weiter belasten, und könne unter Umständen auch neue Kostensenkungsmaßnahmen nach sich ziehen. 

Die zurückhaltenden Prognosen der UBS deuten darauf hin, dass die Normalisierung im europäischen Bankensektor wohl noch auf sich warten lässt. Anleger, die Investments in deutsche oder europäische Bankenwerte in Erwägung ziehen, sollten deshalb nicht nicht nur die niedrigen Bewertungen im Auge haben, sondern sich auch die Frage nach den mittelfristigen Ertragsperspektiven stellen – zumal schwerwiegende Probleme wie etwa die Euro-Schuldenkrise vermutlich noch nicht bewätigt sind.


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