ROHSTOFFE EXKLUSIV

9:04 | 17.10.2008
DJ ANALYSE/Sal. Oppenheim: Mit Goldverkäufen werden Verluste gedeckt

DJ ANALYSE/Sal. Oppenheim: Mit Goldverkäufen werden Verluste gedeckt

Der Goldpreis, sonst Profiteur in Zeiten großer Unsicherheit, kann seit Tagen nicht von der Krise an den internationalen Kapitalmärkten profitieren. Am Donnerstag fiel der Preis für eine Feinunze Gold sogar kurzzeitig unter 800 USD. Im März kostete die Feinunze noch mehr als 1.000 USD, vor einer Woche wurden noch 930 USD erzielt. Es dürfte angesichts einbrechender Aktienkurse die pure Not sein, die Anleger auch zu Goldverkäufen zwingt.

Die Preis-Hausse beim Gold wurde stets auch mit spekulativen Käufen von Hedge-Fonds begründet. Hedge-Fonds dürften unterdessen zu den Verlierern des Aktien-Crashes zählen und diese Verluste auch mit Erlösen aus Gold-Verkäufen kompensieren. “Durch den Fall der Börsen entstehen relativ große Verluste der Investoren, so dass diese sich keine Gedanken um eine Umschichtung hin zum sicheren Gold machen müssen”, meint Sal. Oppenheim. Investoren verkauften das Edelmetall, um Verluste zu decken.

Die Bank argumentiert weiter, dass auch große Fondsgesellschaften Gold veräußern, um so genannte Margin Calls bedienen zu können. Bei Termingeschäften müssen Anleger ihre Sicherheitsleistung (Margin) erhöhen, wenn die bestehenden Sicherheiten, bedingt durch einen ungünstigen Kursverlauf, nicht mehr ausreichen. Die jüngst eingebrochenen Future-Kurse dürften in den vergangenen Wochen diese Margins stark in die Höhe getrieben haben.

Die alte Formel Inflationsangst und Rezession gleich steigender Goldpreis und umgekehrt funktioniere in der aktuellen Krise nicht länger, meint Sal. Oppenheim. Ähnliches gelte für den Dollar, der trotz der Konjunkturschwäche in den USA zulege. “US-Investoren trennen sich oder müssen sich von Anlagen im Ausland trennen, um Verluste zu Hause auszugleichen oder sich einfach Liquidität zu beschaffen.” Immerhin stimme damit die alte Formel starker Dollar gleich schwacher Goldpreis.

Hinzu komme, dass die weltweite Wirtschaftsschwäche den Ölpreis als Benchmark für Rohstoffe belaste. In dessen Sog sei nun auch der Goldpreis geraten. Und charttechnisch seien schließlich weitere Goldpreisverluste zu erwarten, sollte die Feinunze unter 800 USD abrutschen. Dann könne es bis auf 735 USD nach unten gehen.

   DJG/bek/thl/gos 

(END) Dow Jones Newswires

October 17, 2008 05:04 ET (09:04 GMT)

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