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14:01 | 15.04.2008
TopStory Rohstoffe: Guinea droht mit Verstaatlichung von Rusal-Komplex
financial.de TopStory: Die Behörden von Guinea fordern vom russischen Aluminiumproduzenten Rusal einen zusätzlichen Preis für das Bauxit-Tonerde-Unternehmen in der Stadt Friguia und drohen anderenfalls die Verstaatlichung des Betriebs an.Wie die Zeitung „Kommersant” schreibt, umfasst der Komplex Friguia eine Bauxitgrube, ein Tonerdewerk, eine Eisenbahn, den Seehafen von Konakry und sonstige Infrastrukturobjekte. 2006 kaufte die Rusal bei der Regierung von Guinea 100% der Aktien der staatlichen Gesellschaft Friguia SA und 15% der Alumina Company of Guinea Limited. Zum Zeitpunkt der Verstaatlichung des Unternehmens förderte es 2,2 Mio t Bauxit und produzierte 700.000 t Tonerde im Jahr. „Wir erwarben den Komplex Friguia in voller Übereinstimmung mit den Bedingungen eines Abkommens, das alle Stadien der juristischen Abstimmung mit der Regierung von Guinea durchlaufen hatte, und in voller Übereinstimmung mit den in diesem Land gültigen Verfahren”, versicherte laut „Kommersant” die Rusal-Vertreterin Vera Kurotschkina. „Offizielle Benachrichtigungen über Beanstandungen in Bezug auf das Abkommen und seine Erfüllung unsererseits haben wir von den offiziellen Organen von Guinea nicht erhalten.” Die wertmäßige Höhe des Geschäfts von 2006 wurde nicht publik gemacht. Laut inoffiziellen Angaben betrug sie 22 Mio USD. Damals verwaltete die russische Gesellschaft in Guinea bereits das Bergbaukombinat Compagnie de Bauxite de Kindia aufgrund eines 25-jährigen Konzessionsabkommens und erwog die Möglichkeit des Baus eines neuen Bauxit-Tonerde-Komplexes auf der Basis der Bauxitvorkommen von Dian-Dian. Aber schon ein Jahr später erklärte der Informationsminister von Guinea, Justin Morel, im örtlichen Fernsehen, die Behörden des Landes wollten die Vereinbarungen mit ausländischen Bergbaugesellschaften revidieren. Hierbei sagte der Minister, im Falle der Weigerung einer ausländischen Gesellschaft, die Abkommen friedlich zu schlichten, würden die Behörden die Aktiva „auf juristischem Wege” zurückerhalten. Im Sommer 2007 wurde ein zwischenbehördliches Komitee für die Revision von Konventionen und Verträgen in der Bergbauindustrie gebildet, das die Umstände von 13 Abmachungen untersucht. Wie Denis Gorew, Analyst der Investmentgesellschaft Finam, sagt, sind die Risiken, in diesem Fall die Aktiva zu verlieren, hoch. „Einerseits kann eine Gesellschaft der Erpressung nachgeben und auf ähnliche Ansprüche in anderen afrikanischen Ländern stoßen, aber andererseits ist es besser, jetzt zuzuzahlen als die Kontrolle über den Komplex zu verlieren”, findet der Analyst. „Selbst wenn Guinea der Rusal das verausgabte Geld rückerstattet, wird es für den Kauf von Aktiva mit vergleichbaren Kapazitäten nicht ausreichen.” |
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