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8:30 | 21.01.2009
TopStory: Goldpreis bald wieder auf Rekordhöhe?

financial.de TopStory: Zwar schwankt gegenwärtig der Goldpreis bei knapp über 800 USD je Feinunze, doch wird es am Edelmetallmarkt als durchaus möglich erachtet, dass der Goldpreis noch im Verlaufe der ersten Jahrshälfte 2009 ein neues Allzeithoch erreichen wird, sofern das Kaufinteresse der Investoren auf gleiche Weise anhalten wird, wie es bereits vor dem Jahreswechsel zu beobachten war. Von dem Londoner Analytikerteam von Gold Fields Mineral Services (GFMS) wird sogar die Meinung zum Ausdruck gebracht, dass der Goldpreis schon seit Monaten, wie zuletzt im März 2008, über der Marke von 1.000 USD je Feinunze schwanken würde, wenn nicht in den letzten Monaten die Verwalter von Rohstofffonds massive Goldverkäufe tätigen mussten, um die Verluste in anderen Anlagesektoren zu kompensieren. Sobald aber diese Verkäufe zum Stillstand kommen, dürfte nach Ansicht von GFMS ein starker Preisauftrieb einsetzen.

Die massiven Goldkäufe sind damit zu begründen, dass zahlreiche Anleger erstens mit Goldanlagen ihren Besitzstand wahren wollen und zweitens befürchten, in anderen Sektoren wegen Anlagefehlern von Banken und der von ihnen verwalteten Fonds weitere Verluste zu erleiden. Aus diesem Verhalten der Investoren ist der Umstand zu erklären, dass 2008 das Horten von Gold in Form von Barren und Münzen ebenfalls spürbar zugenommen hat. In Zeiten einer weltweiten Rezession ist davon auszugehen, dass der Besitz von Aktien und anderen Wertpapieren keine attraktiven Renditen einbringen wird und gleichzeitig das starke Engagement von Regierungen und Notenbanken mit Steuergeldern in der Wirtschaft zur Wirkung haben dürfte, dass die Inflation längerfristig neuen Auftrieb erhalten kann. Ausserdem besteht für GFMS die Gefahr, dass die US-amerikanische Währung einen neuen Schwächeanfall erleiden wird, wenn die Kreditwürdigkeit der USA mit ihren ungeheuer grossen Staatsschulden auf dem Spiel steht.

Bei anderen Goldkäufern ist jedoch nach den Hinweisen von GFMS ein anhaltender Rückgang festzustellen. Bereits 2008 ist nach Statistik von GFMS die Nachfrage der Juweliere gegenüber 2007 um 11% gefallen und könnte im Verlauf dieses Jahres auf den tiefsten Stand seit zwanzig Jahren sinken. Auf der Angebotsseite ist 2008 aufgefallen, dass gegenüber 2007 die Verkäufe aus strategischen Reserven der in einem Abkommen vereinigten Zentralbanken, darunter auch die Schweizerische Nationalbank, um satte 40% abgenommen haben. Ferner hat sich der Ausstoss der Minen weltweit im dritten aufeinander folgenden Jahr um 88 Tonnen oder 4% auf den niedrigsten Stand seit 1995 vermindert. Das gleichzeitig um 13% erhöhte Angebot von aus Altmetall gewonnenem Gold konnte diese Ausfälle bei weitem nicht wettmachen. Für die erste Hälfte 2009 rechnet GFMS mit einem temporär leichten Anstieg der Goldproduktion, doch dürfte in Zeiten der Rezession die Nachfrage der Juweliere weiterhin niedrig bleiben.

financial.de 21.01.2009


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