10:15 | 10.03.2010
TopStory: KlöCo will 2010 operativ schwarze Zahlen schreiben
TopStory: Die Klöckner & Co SE (KlöCo) will nach dem verlustträchtigen Jahr 2009 in diesem Jahr zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben. Auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftet werden, kündigte der Duisburger Metallhändler am Dienstag an. Das generelle Unternehmensziel einer EBITDA-Marge von mindestens 6% werde in diesem Jahr aber noch nicht erreicht, bekräftigte KlöCo frühere Aussagen. Dafür soll das Umsatzwachstum 2010 über 20% betragen. Dies hatte der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl bereits vergangene Woche prognostiziert.
Vergangenes Jahr hat die Wirtschaftskrise bei KlöCo tiefe Spuren bei den Zahlen hinterlassen. So verkaufte das Unternehmen mit 4,1 Mio Tonnen fast ein Drittel weniger, der Umsatz ging um fast 43% auf 3,9 Mrd EUR zurück. Neben dem Absatzrückgang machte KlöCo hierfür auch das deutlich niedrigere Preisniveau verantwortlich. Im zweiten Halbjahr verbesserte sich die Lage. Das Unternehmen wies auch für das Schlussquartal ein positives operatives Ergebnis aus und verwies auf Sparmaßnahmen sowie wieder anziehende Preisniveaus. Insgesamt fiel 2009 ein EBITDA-Verlust von 68 Mio EUR nach einem Gewinn von 600 Mio EUR im Vorjahr an.
Vor Steuern summierte sich der Verlust auf 240 Mio EUR, unter dem Strich ergab sich ein Fehlbetrag von 186 Mio EUR. Vor einem Jahr hatte KlöCo noch 384 Mio EUR verdient. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit Rückgängen in diesem Ausmaß gerechnet. KlöCo hatte sich im Laufe des Jahres auf Einsparungen und das Liquiditätsmanagement konzentriert. Das Sparziel von 100 Mio EUR sei mit 130 Mio EUR übertroffen worden, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Nettofinanzguthaben stieg im vierten Quartal auf 150 Mio von 139 Mio EUR drei Monate zuvor.
Mittlerweile hat KlöCo auch die Akquisitionsstrategie wieder aufgenommen. Zuletzt wurden die schweizerische Bläsi und die Becker Stahl-Service übernommen, die 2008 einen Umsatz von 632 Mio EUR hatten. “Wir sind auch weiterhin in unseren Kernmärkten Europa und Nordamerika auf der Suche nach attraktiven Unternehmen”, wird der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl in der Mitteilung zitiert. Der prognostizierte Umsatzzuwachs 2010 von 20% soll zur Hälfte durch Zukäufe entstehen. Die anderen 10% Wachstum würden überwiegend vom Lageraufbau bei Kunden getrieben sein, hieß es weiter. Die reale Nachfrage werde im laufenden Jahr dagegen nur leicht ansteigen.
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