TOP-STORIES |
|---|
10:35 | 20.05.2011
Aktie schießt durch die Decke: Anleger vernetzen sich mit LinkedIn
Ein erfolgreicheres Börsendebüt hat es in den letzten zehn Jahren wohl selten gegeben. Die Aktie von LinkedIn, der größten Online-Plattform für berufliche Kontakte der Welt, schoss am ersten Handelstag in den USA durch die Decke und legte in der Spitze um 170 (!) Prozent zu. Erste Börsianer warnen bereits vor einer erneuten Internet-Blase. Zum Handelsschluss hatte die Aktie des Online-Netzwerkes ihren Börsenwert mehr als verdoppelte. LinkedIn war zum Handelsschluss am Donnerstag 8,9 Milliarden Dollar (6,2 Mrd Euro) wert. Das ist mehr, als etwa die Commerzbank oder der Flughafenbetreiber Fraport auf die Waage bringen. Die Aktie war beim Börsengang für 45 Dollar ausgegeben worden und schloss mit einem Kurs von 94,25 Dollar. Für kurze Zeit war das Papier sogar bis auf 122,70 Dollar hochgeschossen – LinkedIn war in diesem Moment fast zwölf Milliarden Dollar wert, mehr als etwa die Lufthansa. Sorge macht Beobachtern vor allem das krasse Missverhältnis der Geschäftszahlen auf der einen und der Milliarden-Bewertung auf der anderen Seite: So verdiente das Online-Netzwerk im vergangenen Jahr gerade einmal 15 Millionen Dollar bei 243 Millionen Dollar Umsatz. Deswegen fühlen sich immer mehr Marktexperten an die sogenannte Dotcom-Blase vor mehr als zehn Jahren erinnert: Damals packten Anleger ihr Geld in fast alles, was eine Internet-Adresse hatte. Viele Firmen hatten aber kein tragfähiges Geschäftsmodell. Als die Blase schließlich platzte, wurden an der Börse viele Milliarden verbrannt. Allerdings gingen aus dieser Zeit auch heutige Schwergewichte wie die Handelsplattformen Amazon und Ebay hervor. Oder man nehme Google: Der Internet-Riese hatte seine Aktien im Sommer 2004 zu 85 Dollar ausgegeben – am ersten Handelstag stiegen sie um mehr als 20 Prozent auf gut 100 Dollar. Der Börsenwert von 27 Milliarden Dollar war damals 138 Mal höher als der Gewinn, was manchen Beobachter dazu brachte, die Aktien für überteuert zu erklären. Heute notiert die Google-Aktie bei gut 530 Dollar – der Suchmaschinenprimus ist an der Börse über 171 Milliarden Dollar wert. Wertvollster Technologie-Konzern ist allerdings Apple mit aktuell fast 314 Milliarden Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist bei LinkedIn allerdings noch deutlich extremer als seinerzeit bei Google: Das Online-Netzwerk wird mit dem 600fachen seines Gewinns gehandelt. Die spannende Frage ist jetzt, was dieser neue Hunger der Anleger nach Internet-Aktien für den in einem Jahr erwarteten Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks Facebook bedeutet. Denn der Primus stellt LinkedIn in vieler Hinsicht in den Schatten: 600 Millionen statt 100 Millionen Mitglieder, geschätzte zwei Milliarden Dollar Umsatz, solide schwarze Zahlen. Hinter LinkedIn stehen im Wesentlichen der Mitgründer Reid Hoffmann mit 21,2 Prozent sowie die Finanzinvestoren Sequoia Capital, Greylock Partners und Bessemer Venture Partners mit zusammen 39,4 Prozent. Hoffmann hatte bereits beim Verkauf des Online-Bezahldienstes PayPal an Ebay ordentlich Kasse gemacht. |
| Weitere Meldungen |
|---|









