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Aluminiumschmelze und Kraftwerke in Indonesien geplant

financial.de TopStory: Ein Großvorhaben, das die Errichtung einer Aluminiumschmelze zum Ziel hat, soll im Süden der indonesischen Insel Sumatra verwirklicht werden. Träger ist die staatliche indische Nalco, die 3,2 Mrd USD investieren will. Mit dem Projekt wird der steigenden Nachfrage nach Aluminiumerzeugnissen, vor allem im Bausektor, in dem südostasiatischen Land Rechnung getragen. Im Zusammenhang mit dem Projekt, das auch den Bau von Kraftwerken umfasst, soll in erheblichem Umfang Bedarf an Ausrüstungen und Consultingleistungen entstehen.

Die Pläne der indischen Staatsgesellschaft Nalco (National Aluminium Co Ltd) zur Errichtung einer zweiten Aluminiumschmelze in Indonesien machen nach Verlautbarungen aus dem Industrieministerium von Anfang September 2008 gute Fortschritte. Wie der Abteilungsleiter für Metalle, Maschinen, Textilien und verschiedene Industrien, Suryawirawan, vor der Presse in Jakarta erklärte, werden die laufende Feasibility Study und die Engineering Study etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Nach den derzeitigen Planungen sollen in der ersten Phase des Projekts, das auf insgesamt 3,2 Mrd USD veranschlagt wird, eine Aluminiumschmelze mit einer jährlichen Kapazität von 250.000 t und ein Kohlekraftwerk mit 750 MW Leistung entstehen.
In der zweiten Projektphase ist eine Verdoppelung der Schmelzkapazität auf 500.000 t und der Bau eines weiteren Kraftwerks mit einer Kapazität von 500 MW vorgesehen. Die ersten Produktionsanlagen werden voraussichtlich Ende 2010 den Betrieb aufnehmen. In Verbindung mit den massiven Investitionen zum Aufbau der Aluminiumschmelze und der Kraftwerke dürfte erheblicher Bedarf an spezifischen Ausrüstungen und energietechnischen Anlagen sowie technischen Diensten entstehen mit guten Geschäftschancen für internationale Hersteller.Über den Standort der geplanten Anlagen ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Dem Vernehmen nach führen Nalco und die Regionalverwaltung von Süd-Sumatra noch Verhandlungen. Wie es heißt, wird über die Standorte Tanjung Api-api im Distrikt Banyuasin und Muara Enim diskutiert. Der erstgenannte Ort hat den Vorteil, in der Nähe des Hafens zu liegen. Der zweite Standort befindet sich in guter Reichweite zu einem Kohlebergwerk, das von der Staatsgesellschaft PT Tambang Batubara Bukit Asam betrieben wird. Nach derzeitigen Schätzungen werden die im Zusammenhang mit dem Gesamtprojekt geplanten Kraftwerke von Nalco einen monatlichen Bedarf an Kohle von mehr als 500.000 t aufweisen.

Die geplante Schmelze benötigt jährlich rund 1 Mio t Aluminiumoxid, das zunächst über Lieferungen aus den Bergwerken von Nalco in Indien gedeckt werden soll. Mittelfristig plant die Gesellschaft nach den Worten von Suryawirawan eine Zusammenarbeit mit dem staatlichen indonesischen Bergbauunternehmen Antam (PT Aneka Tambang) zum Aufbau einer Raffinierungsanlage für Aluminiumoxid, so dass die Rohmaterialversorgung auch nach dem Abschluss der zweiten Projektphase gesichert ist.

Mit dem Nalco-Projekt soll die wachsende Nachfrage nach Aluminiumprodukten in Indonesien bedient werden. Nach Angaben des Präsidenten der Indonesian Aluminium Association, Abu Bakar, ist vor allem die Bauwirtschaft ein wichtiger Bedarfsträger. Die zahlreichen Vorhaben zum Bau von neuen Wohnsiedlungen und kommerziellen Gebäuden in Jakarta und anderen Großstädten sorgen für eine lebhafte Konjunktur in dieser Sparte. Die Versorgung des Marktes mit Aluminiumblöcken erfolgte bislang in erster Linie über die Staatsgesellschaft Inalum (PT Indonesia Asahan Aluminum). Dieses Unternehmen betreibt in Kuala Tanjung Asahan im Norden Sumatras die einzige Aluminiumschmelze des Landes. Die Jahresproduktion beträgt etwa 250.000 t. Das Werk importiert für den laufenden Betrieb circa 600.000 jato Aluminiumoxid.
Angesichts der günstigen Absatzperspektiven wird mittelfristig mit weiteren Investitionen in die Gewinnung von Aluminiumerzen und den Aufbau von Aluminiumschmelzen gerechnet. Im September 2007 unterzeichneten die russische United Company RUSAL und die Gesellschaft Antam einen Vertrag im Wert von 1,4 Mrd USD über den Aufbau eines Bergwerkskomplexes in Tayan auf der Insel Borneo zur Gewinnung von Bauxit und Aluminiumoxid. Dem Vernehmen nach interessiert sich auch eine isländische Firma für den Bau einer Aluminiumschmelze in West-Kalimantan, wobei für den Betrieb Energie aus geothermischen Kraftwerken eingesetzt werden soll.
financial.de 4.9.2008

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