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TopStory Rohstoffe: Australien hat Rohstoffboom noch nicht voll genutzt
financial.de TopStory: Australien hat den Rohstoffboom noch nicht voll für sich nutzen können und muss aus diesem Grund rasch seine Politik an die Bedürfnisse der Industrie anpassen. Dazu zählen Teilnehmer auf der Jahresversammlung des Minerals Council of Australia einen ausgereiften administrativen Rahmen, bessere Infrastruktur sowie ausgebildete und flexible Arbeitskräfte. Die jüngsten Schritte zu Investitionen in die langfristige Zukunft des Bergbausektors ließen den Schluss zu, dass die Beteiligten sowie die neue Regierung unter Premierminister Kevin Rudd sich in die richtige Richtung bewegten, heißt es. Offenbar hätten sowohl der Industriebereich als auch die Regierung Rudd beschlossen, in strategischen Kategorien zu denken, äußert Ian Smith, Chairman des Verbands und Managing Director des Kupfer- und Goldproduzenten Newcrest Mining Ltd. Und Rohstoff- und Energieminister Martin Ferguson stellt fest, die weltweite Rohstoffnachfrage eröffne “enorme Möglichkeiten” für Australien. Der am 13. Mai vorgelegte Haushalt des kommenden Fiskaljahres lasse eine Verlagerung des Schwerpunkts hin zur Schaffung neuer Kapazitäten erkennen und mache sich auch einige Besorgnisse der Industrie zu Eigen.
Australien habe in den vergangenen Jahren etwas von seinem Weltmarktanteil eingebüßt, meint Christ Robertson von Access Economics. Prognosen der Rohstoffproduktion und des globalen Nachfrageanstiegs ließen aber erwarten, dass das Land einen Teil dieses verlorenen Terrains wieder gewinnen könne. Australien ist ein weltweit bedeutender Anbieter von Mineralien und Energieerzeugnissen, so etwa Kohle und Eisenerz sowie Basismetalle wie Kupfer, Zink und Nickel. Nach der letzten größeren Investitionsrunde habe aber eine Selbstzufriedenheit eingesetzt, die Australiens Marktanteil bei den wichtigsten acht mineralischen Commodities in den fünf Jahren bis 2007 erheblich habe sinken lassen, beklagt Verbandsvorsitzender Smith. Das bedeute einen Einnahmeverlust von 17 Mrd AUD. Andererseits könne Australien bis zum Jahr 2020 zusätzlich 129 Mrd AUD oder 8,5% des gegenwärtigen nationalen Einkommens erzielen, wenn die Kapazitätsbeschränkungen überwunden und der Marktanteil ausgeweitet würden.
Dazu soll das Ende 2007 vorgestellte Projekt “2020 Vision” des Minerals Council beitragen, das die globale Nachfrage nach den zehn wichtigsten Commodities voraussagen und Australiens Möglichkeiten in dem Zusammenhang eruieren soll. Demnach müsste die weltweite Produktion von Aluminium um 58%, die von Eisenerz um 54% und die von Kohle um 45% steigen, um den projizierten Bedarf zu decken. Bei Nickel, Kupfer und Zink wird sogar ein noch stärkeres Nachfragewachstum erwartet.
financial.de 29.05.2008
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