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14:06 | 27.06.2019
Bayer-Aktionäre hoffen auf Glyphosat-Lösung

Jetzt ist der Einstieg des Hedgefonds Elliott bei Bayer öffentlich – das macht den Anlegern neue Hoffnung, dass der in Turbulenzen geratene Pharmakonzern die Herausforderungen im Zusammenhang mit glyphosathaltigen Unkrautvernichtern meistert.

Die Aktie erhält dadurch kräftigen Rückenwind und legt gegen Mittag fast 8 Prozent zu. Damit setzt sich der Erholungsversuch fort, nachdem die Papiere Anfang Juni bei 52,02 Euro den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012 markiert hatten. So sorgten sich die Investoren wegen Milliardenrisiken nach schon drei Gerichtsschlappen in den USA im Zusammengang mit Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter.

Elliott, der zum Imperium des US-Milliardärs Paul Singer gehört, ist dafür bekannt, sich manchmal aggressiv bei seinen Beteiligungen einzumischen. Bei Bayer zeigt sich der Hedgefonds allerdings zunächst von seiner freundlichen Seite und begrüßte die jüngsten Schritte zur Bewältigung der US-Klagewelle gegen Unkrautvernichter mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.

So scheint Bayer die Möglichkeit einer Einigung mit den vielen tausend Glyphosat-Klägern mittlerweile zumindest auszuloten. Parallel zu den andauernden Gerichtsprozessen in weiteren Fällen sehe Bayer der Mediation positiv entgegen und werde sich konstruktiv einbringen, hatten die Leverkusener am Mittwoch mitgeteilt. Schon im Mai hatte der US-Richter Vince Chhabria den US-Staranwalt und -Schlichter Ken Feinberg auf vorläufiger Basis als Vermittler bestellt. Bayer begrüßte die Entscheidung nun offiziell.

Aufsichtsratsausschuss: Schritt in die richtige Richtung?

Bayer gründet zudem einen Aufsichtsratsausschuss, der die Causa Glyphosat vorantreiben soll, etwa durch Beratung des Vorstands und Vorschläge zur Prozessstrategie. Zudem soll der US-Anwalt John Beisner, ein Experte für Produkthaftungsklagen, den Aufsichtsrat zum Rechtskomplex Glyphosat kontinuierlich beraten.

Die Gründung des Ausschusses mache eine Einigung etwa durch einen Vergleich mit den vielen tausend US-Klägern wahrscheinlicher, erklärte Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research. Das Ziel sollte es nun sein, eine tragfähige Lösung zu finden.

Analyst Keyur Parekh von der Investmentbank Goldman Sachs sieht es genauso: Bayer habe einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nun könnte zumindest ein kleiner Teil der Glyphosat-Last vom Aktienkurs genommen werden.

Anleger hoffen auf Vergleich

Gerade die Unsicherheit über das Ausmaß möglicher finanzieller Belastungen zog den Kurs nach unten. Seit der Niederlage im ersten Glyphosat-Prozess vergangenen August haben die Aktien rund 40 Prozent an Wert verloren. Ein Vergleich mit den Klägern könnte zwar teuer werden, würde aber für Transparenz hinsichtlich der Kosten sorgen. Angesichts dessen, was bereits in den Aktienkurs eingepreist sei, wäre sogar eine Einigung in der Größenordnung von 15 bis 20 Milliarden Euro ein positiver Kurstreiber, glaubt Analyst Markus Mayer von der Baader Bank.

So bringt es Bayer aktuell an der Börse nur noch auf einen Wert von mehr als 55 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Für Monsanto legten die Leverkusener 63 Milliarden US-Dollar oder zum aktuellen Wechselkurs rund 55 Milliarden Euro auf den Tisch. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Bayer


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