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11:03 | 26.01.2012
Bei Wacker stimmt die Chemie nicht
Es dauerte eine Zeit lang, bis die Anleger und Anleger die Zahlen von Wacker Chemie verdaut hatten. Denn der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern hatte im Schlussquartal die ohnehin nicht allzu hohen Umsatz- und Ergebnisschätzungen verfehlt. Die zuletzt wieder anziehende Nachfrage der Kunden sorgt zumindest für etwas Optimismus. In einer ersten Reaktion auf die Zahlen gehörte die Aktie von Wacker Chemie mit einem deutlichen Minus zu den schwächsten Werten im MDax. Danach arbeitete sich der Titel aber sogar wieder ins Plus vor. Dabei hörten sich die Kommentare der Analysten ernüchternd an: Peter Spengler, Analyst bei der DZ Bank, sprach von enttäuschenden Zahlen. Er bestätigte seine Verkaufsempfehlung. Zwar habe es erste positive Kommentare zum Geschäft gegeben, wegen seiner anhaltenden Sorgen mit dem Blick auf die Sparte Polisilicon bleibt Spengler aber bei seiner bisherigen Einschätzung. Auch Lauren Licuanan von der Commerzbank zeigt sich enttäuscht und sieht auch noch nicht das Ende der Durststrecke. Die Analystin blieb in ihrem ersten Kommentar zu den Zahlen bei ihrer Einstufung „Hold“. Das Kursziel liegt weiterhin bei 76 Euro. „Der stärker als von uns erwartete Nachfragerückgang im Halbleiter- und Solargeschäft ist der Grund dafür, dass die Zahlen des vierten Quartals hinter unserer Einschätzung zurückgeblieben sind“, erklärt Wacker-Chef Rudolf Staudig den Dämpfer für sein Unternehmen. Die Chemiebereiche litten unter der üblichen Saisonalität stärker als im Vorjahr. Der Umsatz ging im vierten Quartal um 16 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank deutlich von 292 Millionen auf rund 110 Millionen Euro. Die Gewinnprognose hatte der MDax-Konzern mit der Anfang Dezember angekündigten Werkschließung in Japan bereits gesenkt. Gut einen Monat zuvor hatte sich der Konzern wegen der gestiegenen Unsicherheiten und hoher Rohstoffkosten bereits etwas skeptischer gezeigt. Im Gesamtjahr konnte Wacker noch ein Umsatzplus von drei Prozent auf 4,91 Milliarden Euro verbuchen. Höhere Preise und Volumensteigerungen halfen hier, während der schwache Dollar drückte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank um acht Prozent auf 1,10 Milliarden Euro. Unterm Strich blieb noch ein Gewinn von 350 Millionen Euro nach 497 Millionen Euro im Vorjahr. Zum weiteren Verlauf äußerte sich Wacker wenig konkret, ließ jedoch durchblicken, dass in den ersten Wochen des Jahres die Kundennachfrage wieder an Fahrt gewonnen habe. |
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