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14:42 | 01.07.2019
Berichte über massiven Stellenabbau: Deutsche-Bank-Aktie im Aufwind

Berichte über einen groß angelegten Konzernumbau haben der Aktie der Deutschen Bank am Montagmorgen Rückenwind geliefert. Die Papiere kletterten nach Handelsbeginn in Frankfurt um gut 2,6 Prozent auf 6,959 Euro. Damit legten sie deutlich stärker zu als der deutsche Leitindex Dax und der europäischen Branchenindex für Banken.

Auslöser waren Berichte der Nachrichtenagentur Bloomberg und der US-Wirtschaftszeitung “Wall Street Journal” vom Wochenende, wonach die Bank bis zu 20 000 Stellen und damit mehr als ein Fünftel der aktuellen Jobs streichen will. Die Berichte berufen sich dabei auf Informationen von mehreren Insidern.

Schon innerhalb dieser Woche könnte es zu einer entsprechenden Ankündigung kommen, hieß es. Die Deutsche Bank ringt schon lange mit teils träge laufenden Geschäften und steht vor einem großen Umbau. “Wir sind zu harten Einschnitten bereit”, hatte der seit gut einem Jahr amtierende Konzernchef Christian Sewing Ende Mai auf der Hauptversammlung weitere Kürzungen angekündigt. Wegen schwächelnder Erträge will das Geldhaus die Kosten deutlich kürzen. Investoren warten seit langem auf eine Verbesserung bei den Gewinnaussichten des Konzerns.

Mit dem Kursplus vom Wochenbeginn würde sich die zaghafte Erholung des Aktienkurses der letzten Wochen fortsetzen, nachdem die Papiere Anfang Juni auf ein Rekordtief von 5,801 Euro gefallen waren. Allerdings liegt die Aktie auch aktuell auf Jahressicht mit leichten Verlusten noch unter den schwächeren Werten im Dax.

Finanzexperten schätzen Einschnitte bei den Jobs als größeren Hebel von Konzernchef Sewing ein, um die Gewinne zu steigern. Analyst Kian Abouhossein von der US-Investmentbank JPMorgan, der die Aktie für die Kunden der US-Bank seit vielen Jahren unter die Lupe nimmt, sieht darin eine größere Chance als im viel diskutierten Schrumpfen des Aktien- und Anleihengeschäfts außerhalb Europas. Das oder gar der Ausstieg aus dem Kapitalmarktgeschäft in verschiedenen Regionen wäre wohl nicht der große Wurf in puncto Rendite, schrieb der Branchenexperte im Juni.

Die Deutsche Bank müht sich seit Jahren, verschiedene Großbaustellen im Konzern in den Griff zu bekommen. Rechtsstreitigkeiten aus den Zeiten um die Finanzkrise vor zehn Jahren lähmten das Institut mit teuren Vergleichen und milliardenschweren Strafen über Jahre, zudem schwächelte auch das Tagesgeschäft.

Den Aktionären macht das Geldhaus insgesamt schon lange kaum mehr Freude. Vor Ausbruch der Finanzkrise 2007 notierte das Papier noch über 90 Euro. In den vergangenen fünf Jahren hat der Titel drei Viertel seines Wertes verloren. Gegenüber den europäischen und US-amerikanischen Rivalen hat die Bank beim Börsenwert deutlich an Boden verloren. Im Dax ist selbst der Zahlungsabwickler Wirecard mit gut 18 Milliarden Euro rund 4 Milliarden mehr wert als die größte deutsche Bank. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Deutsche Bank


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