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11:06 | 21.07.2010
Bittere Pille für Roche: Absage für Avastin
Einen herben Rückschlag hat der Schweizer Pharmakonzern Roche mit seinem umsatzstarken Medikament Avastin erlitten. Ein Beraterausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA hat empfohlen, die Zulassung für die Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs zurückzunehmen. Die Entscheidung fiel mit zwölf zu eins Stimmen, heißt es in einer Mitteilung der Roche-Tochter Genentech. Nach Ansicht des Ausschusses bringt Avastin bei Brustkrebs keine Vorteile. Als Begründung wurden außerdem schwerwiegender Nebenwirkungen genannt, die das Präparat, das auch gegen Darm-, Lungen-, Hirn- und Nierenkrebs zugelassen ist, verursachen soll. Das letzte Wort hat zwar die FDA (voraussichtlich am 17. September), allerdings folgt die Behörde in der Regel den Empfehlungen ihrer Berater. Damit droht dem umsatzstärksten Präparat von Roche das Aus auf einem der wichtigsten Pharmamärkte: Roche, das mit seinen Medikamenten gegen Krebs mit einem Marktanteil von rund 38 Prozent weltweit führend ist, verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Avastin ein Erlöswachstum von 21 Prozent auf 6,22 Milliarden Franken. Das Medikament ist ein Konkurrenzprodukt zu Erbitux von Merck KGaA. „Viele dürften von der klaren Absage des Ausschusses für das Brustkrebsmittel geschockt sein“, heißt es in einer Studie von Credit Suisse (Empfehlung weiter „Overweight“, Kursziel von 200 auf 160 CHF). Entsprechend heftig fiel die Kursreaktion aus. Die Papiere von Roche starteten an der Schweizer Börse mit einem Minus von 4,55 Prozent auf 136,50 Franken in den Handel. Mit 9 Milliarden Franken bezifferte einst Roche-Chef Severin Schwan das Umsatzpotenzial von Avastin, das im Jahr 2008 in den USA die Zulassung zur Behandlung von Brustkrebs erhielt. Auflage war die Durchführung von zwei Zusatzstudien. |
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