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17:00 | 01.09.2010
Conti drückt Schaeffler in die roten Zahlen
Eigentlich müsste das Management von Schaeffler gut lachen haben, denn die Nachfrage ist bei dem Maschinenbauer längst schon wieder kräftig angezogen. Doch die Herzogenauracher ächzen immer noch unter dem Schuldenberg, der durch die Übernahme des dreimal größeren Autozulieferers Continental angehäuft wurde. Das zeigen auch die vorgelegten Halbjahreszahlen. Und auch die ursprünglich geplante Fusion lässt noch auf sich warten. „Natürlich wollen wir den Zusammenschluss“, bekräftigt Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger. Allerdings gebe es dafür ausreichend Zeit. Denkbar wäre, so Geißinger, ein Zusammenschluss Ende 2011 – doch ob und in welcher Form ein solches Projekt umgesetzt werde, sei derzeit kein Thema. Vorrang habe zunächst die Zusammenarbeit mit Conti bei technischen Projekten. Operativ läuft es auch rund: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs in den ersten sechs Monaten kräftig von 108 auf 739 Millionen Euro, der Umsatz kletterte um mehr als 30 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. „Wir sehen die Krise als deutlich überwunden an“, sagt Geißinger. Allerdings steht für das erste Halbjahr unter dem Strich immer noch ein Verlust von 260 Millionen Euro in den Büchern, nachdem das Minus im ersten Halbjahr 2009 noch rund 625 Millionen Euro betragen hatte. Hier wirkt sich weiterhin der gigantische Schuldenberg von 5,9 Milliarden Euro aus, der zu Jahresbeginn sogar noch 200 Millionen Euro höher war und durch die Übernahme des Automobilzulieferers Continental angehäuft wurde. Conti beschäftigt mit 143.000 mehr als doppelt so viele Mitarbeiter wie Schaeffler. Finanzchef Klaus Rosenfeld beruhigt zwar: „Unsere Finanzierungssituation hat sich im ersten Halbjahr deutlich entspannt. Wir werden in den nächsten Jahren unsere Nettoverschuldung weiter reduzieren.“ Allerdings liegen weitere Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe bei der übergeordneten Holding, auch Conti ist hoch verschuldet. Um an Gelder von Investoren zu kommen, hatte sich Schaeffler in diesem Jahr in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt und im Zuge dieser Veränderung auch die Schulden von rund 12 Milliarden Euro aufgeteilt. Die neue Schaeffler-Gruppe, die als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) firmiert, vereint die Marken LUK, INA und FAG unter ihrem Dach und hält rund 42 Prozent an Continental. Die übrigen Anteile liegen über ein Bankenkonstrukt bei der Holding. |
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