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9:53 | 06.02.2012
Douglas: Alles Müller, oder was?

Plötzlich kommt viel Fantasie in die Aktie von Douglas, nachdem der ungeliebte Mit-Aktionär Erwin Müller, Inhaber der gleichnamigen Drogeriekette, aufgrund neuer rechtlicher Bestimmungen über Derivate eine Sperrminorität sichern. Damit könnte der Unternehmer eventuelle Übernahmepläne der Gründerfamilie Kreke durchkreuzen.

Die Aktie von Douglas ist zum Wochenauftakt mit einem Plus von 5 Prozent größter Gewinner im MDax.
Eine Stimmrechte-Mitteilung, die bereits am Freitagabend veröffentlicht wurde, lässt die Börsianer aufhorchen. Danach kann sich Erwin Müller, der bereits gut zehn Prozent an dem Handelskonzern, zu dem neben einer Parfümeriekette unter anderem auch die Thalia-Buchhandlung und der Juwelier Christ gehören, hält, seinen Anteil auf über 25 Prozent ausbauen – und damit eine Sperrminorität erreichen.

Aufgrund neuer rechtlicher Bestimmungen, die am 1. Februar in Kraft getreten sind, könnten Müller als Stillhalter von sogenannten Verkaufsoptionen in nächster Zeit weitere 15 Prozent der Douglas-Anteile angedient werden. „Ob und gegebenenfalls wann dies der Fall sein wird, kann aus Sicht der Douglas-Holding nicht beurteilt werden“, heißt es in der Mitteilung. Mit den neuen Regelungen will der der Gesetzgeber verhindern, dass sich jemand bei börsennotierten Firmen im Verborgenen im großen Stil einkaufen kann.

Die möglichen Auswirkungen erklärt ein Börsianer: „Damit könnte Müller eine Übernahme durch andere Interessenten wie die Gründerfamilie Kreke mit Finanzinvestoren verhindern. Oder er könnte selber aktiv werden und den Preis nach oben treiben wollen.“

Müller hatte bereits 2011 angekündigt, er wolle seinen Anteil an Douglas auf 15 bis 18 Prozent aufstocken und zum zweitgrößten Einzelaktionär aufsteigen. Bislang hat mit knapp 26 Prozent die Oetker-Gruppe die meisten Anteile. Die Familie Kreke besitzt 12,7 Prozent der Aktien, kommt aber mit der verwandten Familie Eklöh auf rund 30 Prozent.

Bei der Familie Kreke stieß Müllers Engagement bislang auf wenig Begeisterung. Im Januar hatte sie mitgeteilt, sie lote derzeit zusammen mit Finanzinvestoren ihre Möglichkeiten aus. Dazu könnte auch gehören, dass die Familie genügend Anteile kaufe, um den Konzern von der Börse zu nehmen. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. (dpa-AFX / Eig. Ber.)


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