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15:32 | 11.05.2010
Fraport-Aktie trotz Prognoseanhebung im Sinkflug

Mit den Zahlen für das erste Quartal konnte Fraport bei den Anlegern heute nicht landen: Der Frankfurter Flughafenbetreiber präsentierte schwache Gewinnkennziffern für den Jahresstart. Zudem verhinderte im April das Flugverbot aufgrund der Vulkanasche-Wolke den Aufschwung im Passagiergeschäft. Die positiven Analysteneinschätzungen können dem MDAX-Titel heute aber ebenso wenig Impulse verleihen wie die Prognoseanhebung des Konzerns.

Uwe Weinreich von der italienischen Bank Unicredit sieht sich bestätigt: Die Zielanhebung für den Jahresgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bestätige seine positive Einschätzung. Der Fraport-Vorstand hatte ein EBITDA von 635 Millionen Euro in Aussicht gestellt, im Vorjahr waren es noch 553 Millionen Euro. Dazu sollen vor allem die Flughafenbeteiligungen im Ausland beitragen. Beim Konzernergebnis wird wieder das Niveau von 2009 angepeilt, nachdem das Management bisher stets von einem Rückgang gesprochen hatte. Im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen rund 157 Millionen Euro.

Der Unicredit-Analyst stuft die Aktie angesichts dieser positiven Aussichten mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 55 Euro ein. Daraus lässt sich ein Potenzial für das Fraport-Papier von fast 50 Prozent ableiten. Raimon Kaufeld von der WestLB („Add“, Kursziel 43 Euro) stellt ebenfalls die positiven Perspektiven heraus – und sieht seine Erwartungen für das erste „Quartal sogar übertroffen.

Im ersten Vierteljahr  drückte das verschlechterte Finanzergebnis bei Fraport auf den Gewinn. Vor allem der höhere Zinsaufwand für die im Zuge des Flughafenausbaus aufgenommenen Kredite ließ das Konzernergebnis von 20 Millionen auf 4 Millionen Euro einbrechen. Die Markterwartung lag bei 12 Millionen Euro.

Die Flugausfälle durch den Pilotenstreik, Schneefälle und der Wintersturm “Xynthia” trafen Fraport dagegen nicht so schwer wie befürchtet. Der Umsatz legte überraschend stark um 4,3 Prozent auf 476 Millionen Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um gut 12 Prozent auf 116 Millionen Euro.

Die Folgen des Vulkanausbruchs in Island stoppten den Aufwärtstrend im Passagiergeschäft auf Deutschlands größtem Flughafen: Dennoch hält Fraport-Chef Schulte an dem Ziel fest, die Zahl der Passagiere in diesem Jahr um ein bis zwei Prozent zu steigern, sollten nicht weitere unvorhergesehene Ereignisse den Flugbetrieb beeinträchtigen. Fraport verzeichnete im April einen Rückgang der Fluggäste um 16,9 Prozent auf gut 3,5 Millionen Euro. Eine steigende Nachfrage verspricht sich das Management nun von der robusten Konjunktur in Asien und der wirtschaftlichen Belebung hierzulande.

Im Frachtgeschäft, das im Vorjahr stärker als der Passagierverkehr von der Wirtschaftskrise betroffen war, zeigte die Entwicklung im April weiter nach oben. In Frankfurt wurden 169.463 Tonnen Luftfracht und Luftpost abgefertigt – ein Zuwachs von 21,2 Prozent.


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