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16:39 | 06.11.2017
Fusionsfantasie: Infineon- und Dialog-Aktie im Aufwind

Übernahmegerüchte in der US-Halbleiterindustrie haben am Montag die beiden größten deutschen Chipwerte, Infineon und Dialog Semiconductor, beflügelt. Die Infineon-Papiere gewinnen am Nachmittag über ein Prozent, die Anteilsscheine von Dialog verteuerten sich sogar um gut zwei Prozent.

Medien zufolge bahnt sich die bislang größte Übernahme in der Chip-Branche an: Broadcom prüft demnach die Übernahme des zuletzt mit einigen Problemen kämpfenden Rivalen Qualcomm für rund 100 Milliarden US-Dollar. Bereits in Kürze soll es ein Angebot von Broadcom über rund 70 Dollar je Qualcomm-Aktie geben.

Gemessen zum Freitagschlusskurs von knapp 62 Dollar kommt Qualcomm auf einen Börsenwert von 91 Milliarden Dollar, während Broadcom mit 107 Milliarden Dollar bewertet wird. Qualcomm selbst will den kleineren niederländischen Konkurrenten NXP für 47 Milliarden Dollar schlucken. Sowohl der Broadcom- als auch der Qualcomm-Aktienkurs hatten am Freitag bereits deutlich zugelegt. Ein Händler verweist auf eine nicht näher genannte Quelle, wonach Qualcomm allerdings die Offerte wohl erst einmal zurückweisen wird, weil sie das Unternehmen unterbewerte.

Broadcom-Angebot für Qualcomm nicht marktgerecht?

Zudem befindet sich einem Zeitungsbericht zufolge der Chipkonzern Marvell in Verhandlungen über einen Kauf von Cavium. Auch diese beiden Aktien hatten am Freitag im nachbörslichen US-Handel merklich hinzugewonnen. Das sich drehende Übernahmekarussell in der Chipindustrie sollte die deutschen Branchenwerte generell stützen, kommentierte ein Börsianer. Ein anderer sieht allerdings im Falle einer Übernahme von Qualcomm durch Broadcom auf Infineon keine direkten Auswirkungen.

Dass Broadcom an Qualcomm dran ist, sei für die deutschen Chipwerte sowohl gut als auch schlecht, kommentierte Händler Markus Huber von City of London Markets. Es bringe verstärkt Fusionsfanatasie in den ganzen Sektor. Möglicherweise komme auch Broadcom bei Qualcomm gar nicht zum Zug und werde dann andere Firmen für eine Übernahme in Betracht ziehen. Das Angebot zu 70 Dollar je Aktie erscheine ohnehin zu billig, so Huber. Sollte Broadcom aber erfolgreich sein und dann auch die Wogen im Patentstreit zwischen Qualcomm und Apple glätten können, dann könnte der iPhone-Hersteller wieder mehr Chips von Qualcomm nachfragen und somit bei anderen Chipproduzenten für Preisdruck sorgen. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Infineon


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