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9:58 | 19.01.2012
Geldregen für Ebay
Einkäufe in Internet liegen voll im Trend. So haben auch bei Ebay im starken Schlussquartal kräftig die Kassen geklingelt. Dank des guten Weihnachtsgeschäft steigerte die Internetplattform den Umsatz um 35 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn vervierfachte sich sogar, dazu trug jedoch vor allem ein dicker Scheck für die verkaufte Tochter Skype bei. Fast 2,3 Milliarden Dollar gingen auf dem Konto des Online-Handelsspezialisten für Skype ein und trieben den Gewinn im vergangenen Jahr kräftig nach oben. Die gewaltige Summe kam von Microsoft. Der Software-Primus hatte Skype zur Jahresmitte für insgesamt 8,5 Milliarden Dollar von einer Gruppe von Investoren übernommen, zu der auch Ebay gehörte. Dank des Geldregens zum Jahresende verdiente das Unternehmen aus dem kalifornischen San Jose im Gesamtjahr unterm Strich 3,2 Milliarden Dollar (2,5 Mrd. Euro) – und damit beinahe doppelt so viel wie 2010. Das rasante Wachstum des Online-Marktplatzes und des Bezahldienstes PayPal trugen ebenfalls zum Gewinnsprung bei. Der Umsatz legte konzernweit um 27 Prozent auf 11,7 Milliarden Dollar zu. Vor allem im Schlussquartal drehte Ebay noch einmal auf und profitierte davon, dass immer mehr Menschen ihre Geschenke online kaufen. Die Auswahl war reichlich: Auf dem deutschen Ableger des Marktplatzes haben im vergangenen Jahr 175 000 gewerbliche Verkäufe und 5,4 Millionen Privatleute ihre Waren angeboten. Ebay hat sein Geschäft mittlerweile allerdings weit über die Auktionsplattform, mit der alles angefangen hatte, ausgeweitet. „Wir sind eine andere Ebay heute“, sagte Firmenchef John Donahoe. Der Bezahldienst PayPal hat sich längst als feste Größe im Internet etabliert und versucht nun, auch im Einzelhandel vor Ort Fuß zu fassen. Der zugekaufte Dienstleister GSI unterstützt fremde Firmen etwa beim Betrieb von deren Online-Shops. Bezahldienst PayPal bleibt eine feste Größe „Wir wollen Einzelhändlern dabei helfen, konkurrenzfähig zu bleiben, sagte Donahoe in einer Telefonkonferenz und fügte mit einem Seitenhieb auf den großen Rivalen Amazon hinzu: „Aber wir werden niemals mit den Händlern konkurrieren.“ Ebay bietet anders als Amazon selbst keine Waren an, sondern stellt nur die Verkaufsplattform zur Verfügung. Skype passte noch nie wirklich zu Ebay. Der Handelsspezialist hatte den Internettelefon-Anbieter 2005 von den Gründern übernommen, sich aber 2009 wieder von der Mehrheit getrennt. Als nun die neuen Haupteigner an Microsoft verkaufen wollten, versilberte Ebay seine restlichen Anteile von 30 Prozent ebenfalls. Microsoft will Skype in seine Produkte von der Spielkonsole Xbox über das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone bis hin zum E-Mail-Programm Outlook einbinden. Ebay dagegen setzt voll auf den Handel. Das soll auch im laufenden Jahr für einen kräftigen Umsatzsprung von bis zu 20 Prozent sorgen. Damit würde Ebay indes langsamer wachsen als im vergangenen Jahr. Die Anleger verziehen Ebay jedoch diesen kleinen Schönheitsfehler. Nachbörslich stieg die Aktie um annähernd 2 Prozent. |
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