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9:11 | 10.07.2019
Geplanter Spartenverkauf: Leoni-Anleger hoffen auf die Wende

Die angedachte Trennung von der Sparte für die Produktion von Kabeln und Verbindungslösungen (WCS) befeuert am Mittwoch einen Erholungsversuch der Leoni-Aktie. Mit einem Plus von fast 8 Prozent führt sie im frühen Handel die Gewinnerliste im SDax an.

Der in der Krise steckende Autozulieferer bereitet den Angaben zufolge für WCS einen Börsengang oder einen Verkauf vor, einschließlich der Option eines Anteilsverkaufs. Zudem will sich Leoni künftig nur noch auf die Entwicklung des zuletzt defizitären Bordnetzbereichs (WSD) konzentrieren. Außerdem arbeitet das Unternehmen derzeit am bestehenden Refinanzierungsbedarf und zieht dabei alle Optionen in Betracht.

Leoni kämpft schon länger mit der schwachen Autoindustrie, aber auch mit hausgemachten Problemen. So haperte es etwa beim Produktionsbeginn eines Werkes im mexikanischen Merida. Auch konnte die Auftragslage lange nicht bewältigt werden, was zu hohen Sonderkosten für Personal und Frachten führte. Zuletzt gab es hier aber Fortschritte.

Experten hatten allerdings bereits nach Leonis Rutsch in die Verlustzone im ersten Quartal auf finanzielle Engpässe verwiesen. Analyst Daniel Kukalj von der Quirin Bank ging davon aus, dass das Unternehmen den Kapitalmarkt anzapfen und sich frisches Geld über eine Kapitalerhöhung beschaffen müsse.

Vor diesem Hintergrund dürften die Trennungspläne für die WCS-Sparte nun bei den Aktionären zunächst gut ankommen, sagte ein Händler. Allerdings könnte sich auch die Einschätzung durchsetzen, dass der Schritt nur erfolge, weil Leoni frisches Geld brauche.

Angesichts der zahlreichen Probleme bei Leoni ist die Aktie schon länger auf Talfahrt. Seit dem Rekordhoch von 66,20 Euro Anfang 2018 haben die Papiere rund vier Fünftel ihres Wertes eingebüßt. Zuletzt pendelten sie zwischen etwa 13 bis rund 15 Euro. Das ist das tiefste Niveau seit rund einem Jahrzehnt.

Infolge des Kursverfalls musste Leoni 2018 auch seinen Platz im MDax räumen. Aktuell bringt es das Unternehmen an der Börse nur noch auf einen Wert von weniger als einer halben Milliarde Euro. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Leoni


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