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16:26 | 14.12.2017
Gewinnwarnung wirkt nach: Innogy und RWE ohne Energie

Die Erholung war nicht mehr als ein Strohfeuer. Die Aktien von RWE und deren Ökostrom-Tochter Innogy, die gestern eine Gewinnwarnung herausgegeben hatte, setzen ihre Talfahrt fort, nachdem sie mit Gewinnen in den Handel gestartet waren.

Im frühen Handel konnten die beiden Versorgeraktien noch bis zu 3,5 Prozent zulegen, doch dann schlug der Rückenwind erneut in Gegenwind um. Mit einem Abschlag von über 3 bzw. mehr als 5 Prozent gehören RWE im DAX und Innogy im MDAX erneut zu den schwächsten Werten. Am Mittwoch waren beide Aktien schon um etwa 13 Prozent eingebrochen.

Die Experten sind unterdessen damit beschäftigt, die Nachwehen der Gewinnwarnung zu analysieren. Während die ersten Meinungen zu Innogy allesamt weiter auf ein neutrales Votum hinauslaufen, wird im Falle des Mutterkonzerns RWE kontrovers diskutiert.

Die Societe Generale etwa stufte die RWE-Papiere von “Kaufen” auf “Halten” ab. Analyst Lüder Schumacher betonte, dass Innogy im Portfolio von RWE bislang eher der stabilere Part gewesen sei – und damit der Grund für seine bisherige Kaufempfehlung. “Bei solch heftigen Ausschlägen bei der vermeintlich stabilen Innogy-Aktie kann das Aufwärtspotenzial bei RWE auf alleinstehender Basis leicht verloren gehen”, betonte der Experte. Die sinkende Bewertung der Ökostrom-Tochter schlage direkt auf RWE durch.

Dagegen steht Goldman-Sachs-Experte Alberto Gandolfi den RWE-Papieren bei und belässt sie auf der “Conviction Buy List”. Er argumentiert, dass die Ökostrom- und Netztochter Innogy trotz der Enttäuschung ein Übernahmekandidat bleibe. Zuletzt hatte es etwa Spekulationen gegeben, wonach RWE bereits mit dem italienischen Energiekonzern Enel über einen Anteilsverkauf gesprochen habe. Auch Martin Brough von der Deutschen Bank hält an seiner Kaufempfehlung für RWE fest.

Börsianer werden auf dem falschen Fuß erwischt

Innogy hatte am Vortag seine Prognose für den operativen Gewinn in diesem Jahr gesenkt und einen weiteren Rückgang für 2018 in Aussicht gestellt. Begründet wurde dies mit Problemen im britischen Vertriebsgeschäft sowie Investitionen in die Elektromobilität. Auf Verwunderung stieß die Gewinnwarnung auch deshalb, weil es zuletzt weder bei der Vorlage von Quartalszahlen noch auf einer Investorenveranstaltung Andeutungen dazu gegeben hatte.

Dass RWE am Vortag von den Turbulenzen bei Innogy so deutlich mitbelastet wurde, hatten Börsianer vor allem mit der erwarteten Gewinnbeteiligung begründet – auch wenn der Mutterkonzern am Vortag bereits klargestellt hatte, dass er trotzdem hinter seinen eigenen Finanzzielen stehe. RWE hält derzeit 77 Prozent an der Ökostrom-Tochter. Laut Schumacher von der Societe Generale macht die Innogy-Beteiligung aber etwa 90 Prozent des Aktienwertes von RWE aus.

Die Papiere des Konkurrenten E.ON suchen vor diesem Hintergrund heute ebenfalls ihre Richtung, nachdem sie am Vortag der schlechten Sektorstimmung mit Einbußen von fast 5 Prozent nicht entkommen konnten. Zuletzt notierten sie kaum verändert – ebenso wie die Aktie der E.ON-Abspaltung Uniper. Diese hatte sich aufgrund von Übernahmeaktivitäten, die rund um den Kraftwerksbetreiber schwelen, in den vergangenen Wochen aber ohnehin etwas von der Branchentendenz abgekapselt. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Innogy


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