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13:23 | 31.05.2010
Gildemeister: Kommt der “Wunschpartner” durch die Hintertür?
Hat sich die Gildemeister AG den Feind ins eigene Haus geholt? Top-Manager des ostwestfälischen Werkzeugbauers gehen davon aus, dass der japanische Kooperationspartner Mori Seiki seinen Anteil so schnell wie möglich auf knapp 30 Prozent ausbauen will. Das Dementi von Konzernchef Kapitza tut der neu entfachten Fantasie um den MDAX-Titel keinen Abbruch. Gildemeister gehört am Montag zu den größten Gewinnern im MDAX, nachdem es in diesem Jahr mit dem Aktienkurs des Werkzeugbauers, der im ersten Quartal Verluste geschrieben hat, bisher kontinuierlich bergab gegangen war. Die „Financial Times Deutschland“ berichtet, der japanische Wettbewerber Mori Seiki wolle das Unternehmen nach und nach übernehmen. „Unser Stand ist, dass Mori Seiki so schnell wie möglich knapp 30 Prozent erwerben will”, berichtete ein ungenannter Gildemeister-Manager der Zeitung. Damit geht die Angst bei den Mitarbeitern um, dass das Bielefelder Unternehmen von den Japanern schleichend übernommen und technologisch ausgehöhlt werde. „Das wäre für den ganzen Werkzeugmaschinenbau in Deutschland ein Desaster“, zitiert das Blatt einen Gildemeister-Kunden. Offiziell halten die Japaner im Rahmen einer Überkreuzbeteiligung derzeit fünf Prozent der Aktien. Tatsächlich soll Mori Seiki über Banken und Fonds aber bereits mehr als 10 Prozent der Anteile besitzen. Gildemeister-Vorstandschef Rüdiger Kapitza sieht dagegen keine Hinweise für eine Übernahme, vielmehr spricht er von einem „Wunschpartner“ und einer „langfristigen Kooperation“. Der Technologietransfer von Bielefeld gen Japan hat dem Bericht zufolge allerdings schon begonnen. Gildemeister habe bereits Unterlagen wie Konstruktionspläne für Kernkomponenten herausgegeben. Außerdem seien die Japaner stark an der ausgefeilten Vertriebsorganisation der Deutschen interessiert. Kapitza weist allerdings auch dies zurück. Die Aktie wird durch die Übernahmefantasie beflügelt. Ebenso durch die Ankündigung des Vorstandschefs, dass man im zweiten Quartal beim Auftragseingang um mehr als 40 Prozent zulegen werde. Vor diesem Hintergrund treten auch Vorstands-Querelen in den Hintergrund: Die „Financial Times Deutschland“ berichtet über die Ablösung von Finanzvorstand Michael Welt. Die Trennung sei Mitte Mai erfolgt, weil sich Welt mit Kapitza bei der Bewertung von Beständen uneinig gewesen sei. |
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