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Klassenziel vorzeitig erreicht: Leoni hebt Prognose an

Nur sechs Monate brauchte Leoni, um die Vorgaben für das Gesamtjahr zu erfüllen. Die Anhebung der Jahresziele ist die logische Konsequenz: Mit einem erwarteten EBIT von rund 100 Millionen Euro hat der Kabel- und Bordnetzspezialist die Messlatte nun doppelt so hoch gehängt.

Die Anleger zeigten sich zunächst unentschlossen, wie sie auf diese Nachrichten reagieren sollten. Schließlich hat der MDAX-Titel (WKN 540888) in den vergangen vier Wochen mehr als 30 Prozent zugelegt. Doch nach den ersten Gewinnmitnahmen und einem zwischenzeitlichen Abrutschen ins Minus wird die Aktie jetzt wieder verstärkt gekauft.

Der Aufschwung bei den Automobilherstellern bescherte dem Zulieferer Leoni ein weiteres starkes Quartal: Von April bis Juni wurden nach vorläufigen Zahlen Erlöse von 748 Millionen Euro sowie ein EBIT von rund 34 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahreszeitraum hatte Leoni wegen der drastischen Produktionskürzungen der Automobilhersteller noch einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 31 Millionen Euro gemacht.

Neben den wieder anziehenden Geschäften mit der Autoindustrie erhöhten auch andere Branchen wie Hausgeräte oder der Schienenverkehr ihre Aufträge. Dabei profitierten die Nürnberger vor allem von der Nachfrage in Asien und Nordamerika. Dort erzielten die von Leoni belieferten europäischen Hersteller hohe Absatzsteigerungen.

Wegen der verbesserten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der konkreten Absatzplanungen rechnet Leoni nun auch im zweiten Halbjahr mit einem deutlich über den ursprünglichen Erwartungen liegenden Geschäftsverlauf: Nachdem bis Juni der Umsatz auf rund 1,4 Milliarden Euro und das EBIT auf etwa 57 Millionen Euro gesteigert wurden, sollen die Erlöse nun 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 20 bis 25 Prozent auf 2,6 Milliarden bis 2,7 Milliarden Euro steigen. Bislang hatte das Unternehmen ein Umsatzplus von rund zehn Prozent auf 2,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird bei 100 Millionen Euro erwartet.

Leoni hatte auf die Krise im vergangenen Jahr unter anderem mit Stellenstreichungen sowie Kurzarbeit an deutschen Standorten reagiert. Insgesamt will sich der Konzern unabhängiger von der Autoindustrie machen und den Umsatzanteil, der nicht mit den Automobilherstellern, sondern etwa mit der Solarindustrie oder Medizintechnik erzielt wird, von derzeit 30 Prozent auf 40 Prozent steigern.

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