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11:18 | 14.11.2017
Klebrige Gewinne: Henkelt trotzt schwierigem Konsumumfeld

Henkel kann weiter auf sein Klebstoffgeschäft bauen, das vor allem von der hohen Nachfrage aus der Elektronikindustrie im dritten Quartal profitierte. Während es bei der größten Sparte des Konsumgüterherstellers rund lief, hatten die verbrauchernahen Sparten deutlich mehr zu kämpfen – dennoch hob das Management die Gesamtjahresprognose für den Gewinn hob Henkel an.

Die Anleger werden allerdings angesichts des schwierigen Marktumfeldes in vielen Bereichen zunehmend nervös. Mit Wasch- und Reinigungsmitteln erfüllte der Konzern nicht die Erwartungen der Analysten, und in der Kosmetik macht sich der Verdrängungswettbewerb weiter bemerkbar. Mit einem Abschlag von dreieinhalb Prozent ist der Titel am Vormittag schwächster Wert im DAX.

Dazu passt, dass Henkel-Chef Hans Van Bylen von einem zunehmend herausfordernden Umfeld spricht, in sein Unternehmen dennoch habe zulegen können. Der Manager geht aber nicht davon aus, dass sich die allgemeine Lage schnell bessert.

Die Konsumgüterhersteller liefern sich einen erbitterten Kampf um die Gunst der Kunden. Neben großen internationalen Herstellern wie Unilever, Procter & Gamble oder L’Oreal sorgen auch die Handelsketten mit ihren Eigenmarken für Konkurrenz. Einen negativen Einfluss im dritten Quartal hatten zudem Währungseffekte.

Zukäufe sorgt für steigende Erlöse

So stieg der Umsatz zwischen Juli und September vor allem durch Zukäufe um 5 Prozent auf fast 5 Milliarden Euro. Organisch – also ohne Übernahmen, Verkäufe sowie Währungseffekte – wuchs Henkel um 3 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 7,1 Prozent auf 897 Millionen Euro, was weniger war, als Experten erhofft hatten. Unter dem Strich sorgten Restrukturierungskosten und Aufwendungen für die Integration für den zugekauften Waschmittelhersteller Sun Products für einen Rückgang beim Nettogewinn um gut 2 Prozent auf 564 Millionen Euro.

Besser als erwartet lief es für Henkel mit Klebstoffen. Die Düsseldorfer sind in diesem Bereich Marktführer und profitieren entsprechend von einem Aufschwung in der Industrie. Die Erlöse legten in diesem Bereich um 4,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Organisch lag das Plus darüber. Mit Wasch- und Reinigungsmitteln wie Persil, Pril oder Perwoll wuchs Henkel um 10,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, was aber überwiegend Akquisitionen geschuldet war. Organisch betrug das Plus nur 1,8 Prozent, was bislang das schwächste Quartalswachstum in diesem Jahr war. Mit Kosmetikprodukten setzte Henkel 2,8 Prozent weniger um. Organisch ergab sich ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

Van Bylen erwartet nicht, dass sich an dem Marktumfeld bis zum Jahresende hin etwas ändert. “Die Rahmenbedingungen in der Konsumgüterindustrie werden weiter schwierig blieben”, sagte er. Der negative Einfluss der Währungseffekte werde sich zunehmend verstärken. Den Umsatz will Henkel 2017 weiterhin aus eigener Kraft um 2 bis 4 Prozent steigern und die bereinigte operative Marge auf über 17 Prozent heben. Beim bereinigten Gewinn je Aktie zeigte sich der Konzern zuversichtlicher. Dieser soll nun um rund 9 Prozent zulegen. Zuvor hatte Henkel eine Bandbreite von 7 bis 9 Prozent angegeben. (dpa-AFX / Eig. Ber.)


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