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15:02 | 06.02.2018
Neue Strategie: Jenoptik verdient dank Halbleiterindustrie kräftig

Glänzende Geschäfte mit der Halbleiterindustrie haben dem Technologie- und Rüstungskonzern Jenoptik im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut Bestmarken beschert. Der operative Gewinn (Ebit) stieg 2017 nach vorläufigen Berechnungen auf knapp 78 Millionen Euro. Das waren fast 12 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, aber in etwa so viel wie von Analysten erwartet. Die Ebit-Marge verbesserte sich auf 10,4 Prozent. Der Umsatz kletterte um 9,2 Prozent auf 748 Millionen Euro. Damit übertraf das Unternehmen seine eigene Prognose und die der Analysten.

Trotz guter Zahlen brachen die Aktien von Jenoptik zu Handelsbeginn um fast 12 Prozent ein, zuletzt betrug das Minus noch rund 9 Prozent auf 30,08 Euro. Damit fiel das Papier noch weitaus stärker als der ohnehin schwache Gesamtmarkt. Der Technologie- und Rüstungskonzern habe zwar ein gutes Jahr hinter sich, attestierte Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Allerdings seien die Erwartungen mittlerweile unrealistisch. Bewertungsaufschläge von 70 bis 100 Prozent gegenüber dem Branchenschnitt seien nicht gerechtfertigt.

Das Papier hatte in den vergangenen Jahren rasant zugelegt: Seit dem Zwischentief im Februar 2016 bei knapp 11 Euro war es steil bergauf gegangen, Mitte Januar wurde die Marke von 30 Euro zurückerobert. Nach dem jetzigen Einbruch beträgt das Kursplus seit Jahresbeginn noch immer rund 9 Prozent.

Für das laufende Jahr peilt Jenoptik weiterhin einen Umsatz von 790 bis 810 Millionen Euro an. Die Ebit-Marge soll nun zwischen 10,5 und 11,0 Prozent liegen – das ist mehr, als das Unternehmen bisher mit rund 10 Prozent prognostiziert hatte. In den kommenden Jahren will Jenoptik das Wachstum beschleunigen und bis 2022 bei den Erlösen jährlich um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Zudem will das Unternehmen noch profitabler werden.

Unternehmen in neue Entwicklungsphase führen

Um diese Ziele zu erreichen, will der TecDax-Konzern künftig sein Geschäft neu bündeln. “Nachdem die Verschuldung abgebaut wurde sowie die Marke Jenoptik etabliert ist, haben wir heute beste Voraussetzungen, Jenoptik in eine neue Entwicklungsphase zu führen”, sagte Finanzchef Hans-Dieter Schumacher. Zukünftig werde sich das Unternehmen verstärkt auf photonische Technologien rund um die Nutzung von Licht fokussieren. Dabei seien vor allem die Themen Informationsverarbeitung, intelligente Fertigungsprozesse, Sensorik und Messtechnik sowie die Biophotonik interessant, ergänzte Unternehmenschef Stefan Traeger.

Insgesamt sollen drei Divisionen im Geschäft mit dem Licht entstehen. Unter “Light & Optics” soll das Erstausrüster-Geschäft zusammengefasst werden, unter “Light & Production” das Industriekundengeschäft und unter “Light & Safety” das Geschäft mit Öffentlichen Auftraggebern. Die Aktivitäten des heutigen Segments “Defense & Civil Systems”, die auf mechatronischen Technologien basieren, sollen unter einer neuen eigenständigen Marke geführt werden. Im laufenden Jahr will Jenoptik die neue Strategie umsetzen und ab 2019 dementsprechend die Berichterstattung umstellen.

Jenoptik ist einer der wenigen eigenständigen Konzerne in Ostdeutschland. Größter Aktionär ist derzeit das Land Thüringen über eine Beteiligungsgesellschaft bei der staatlichen Aufbaubank. Das Unternehmen beschäftigt etwa 3650 Mitarbeiter, davon fast 800 im Ausland. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Jenoptik


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