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8:00 | 20.11.2020
Neuer „Hidden Champion“: Pyramid strebt mit attraktivem KGV an die Börse

Alles neu bei der mic AG (ISIN: DE000A254W52): Aus der Münchner Beteiligungsgesellschaft wird im Zuge eines Reverse IPO ein operativ tätiges Hightech-Unternehmen. Mit der in Freiburg ansässigen Pyramid Computer GmbH hat man einen Marktführer für Self-Ordering- und Self-Checkout-Terminals als Zielobjekt auserkoren. „Pyramid ist aufgrund des Geschäftsmodells und seiner Marktstellung als ‚Hidden Champion‘ eine Bereicherung für den Kapitalmarkt“, ist mic-Vorstand Andreas Empl (Bild rechts) überzeugt.

Und Pyramid-Geschäftsführer Josef Schneider gibt im Interview mit Financial.de ein ehrgeiziges Ziel aus: „Pyramid hat das Potenzial, der Weltmarktführer für vollautomatisierte Interaktion vor Ort im Handel zu werden.“ Gelingt die aktuelle Kapitalerhöhung zu einem Ausgabepreis von 2,00 Euro, hat die Aktie Verdopplungspotenzial: Die Analysten von SRH AlsterResearch taxieren das 2022er-KGV aktuell auf 8 und bescheinigen der mic-Aktie mit einem fairen Wert von 4,00 Euro ein Kurspotenzial von 100 %.

Financial.de: Herr Empl, der angekündigte Reverse Takeover der Pyramid Computer GmbH ist von den Anlegern sehr positiv aufgenommen worden. Hatten Sie das so erwartet?

VorständeAndreas Empl: Ein klares „Ja“! Pyramid ist aufgrund des Geschäftsmodells und seiner Marktstellung als „Hidden Champion“ eine Bereicherung für den Kapitalmarkt. Die technischen Produkte und Lösungen von Pyramid, wie die „Self-Check-out“ und „Self-Ordering“-Terminals, werden in Zukunft unser tägliches Leben in den Läden vor Ort noch viel stärker prägen. Zudem ist die Transaktion in monetärer Hinsicht sehr attraktiv für Anleger. Thomas Wissler von SRH AlsterResearch errechnet ein KGV von gerade einmal 8, wenn man den Ausgabepreis der anstehenden Kapitalerhöhung und das erste volle Geschäftsjahr nach dem Vollzug der Transaktion, also 2022, zugrunde legt. Damit  ist dieses Investment auch für Value-Investoren hochinteressant.

Financial.de: Wenn das Reverse-IPO gelingt, wird die mic AG ihr künftiges Geschäft auf die bisherige Pyramid ausrichten und damit als operativ tätige Hightech-Gesellschaft auftreten. Warum geben Sie das Beteiligungsgeschäft auf?

Empl: Die mic AG ist als geschäftsführende Holding und Beteiligungsgesellschaft einfach zu klein, um hier weiter im Wettbewerb mithalten zu können. Die nach der Portfoliobereinigung verbliebenen Beteiligungen fibris Terre GmbH und Diso AG sind wie geplant auf profitablen Wachstumskurs. Dennoch würde es noch Jahre dauern, um unseren Aktionären durch mögliche Exits oder Dividenden einen adäquaten „Return on Investment“ (ROI) zu gewährleisten. Durch die angenommene Bewertung der Pyramid als operative Tech-Gesellschaft wird die „neue mic AG“ künftig nach marktüblichen EBIT-Multiples bewertet. Und genau das ist höchst spannend, wenn man auf die Peer-Group blickt!

Financial.de: Herr Schneider, stellen Sie doch bitte die Pyramid Computer GmbH kurz vor.

Josef Schneider: Das 1985 gegründete Unternehmen ist ein führender Spezialist für innovative Automatisierungslösungen in den Bereichen Retail, Hospitality sowie Lebensmittelhandel. Pyramid entwickelt und produziert mit seinen rund 130 Mitarbeitern moderne Hardware-Lösungen für spezielle digitale Anwendungssituationen am Point of Sale (PoS). Die digitale Kiosk-Technologie von Pyramid ermöglicht Endkunden u. a. Bestellungen mittels Touchscreen aufzugeben und selbstständig abzuschließen. Bereits mehr als 40.000 Kioske wurden als Orderterminals ausgeliefert, unter anderem an amerikanische und europäische Restaurants der weltweit größten Fast-Food-Kette. Neben Self-Service- und Self-Check-out-Kiosklösungen im Frontend entwickeln wir auch IT-Server und Appliances für das digitale Backend.

Financial.de: Wer zählt zu Ihrem Kundenkreis und wo kommt man als Nutzer schon jetzt mir Ihren Geräten in Kontakt?

Schneider: Zu unseren Kunden zählen internationale Top-Brands aus dem Finanz- und Industriesektor sowie Lebensmittel- und Einzelhandel, wie die bereits angesprochene weltweit größte „Fast-Food“-Kette und der größte Lebensmitteleinzelhändler Europas. Ebenso vertraut ein Tochterunternehmen der Bundesdruckerei auf die Produkte der Pyramid. Unsere Wachstumsperspektive spiegelt sich in der weltweit steigenden Nachfrage von Lösungen für automatische und kontaktlose Interaktionen wider: Sei es beim Bestellen, Bezahlen oder bei der Mobilität in einer globalisierten Welt. Egal ob im Fast-Food-Restaurant, im Lebensmitteleinzelhandel oder am Flughafen, sie sind sicherlich schon mehr als einmal mit unseren Technologie-Produkten in Berührung.

Financial.de: Wie ist es um die Profitabilität der Pyramid bestellt und wie wollen Sie weitere Margenpotenziale heben?

Schneider: Wir sind ein solider Mittelständler ohne Schulden mit soliden Margen. Für das laufende Geschäftsjahr 2020 erwarten wir mit Pyramid einen Umsatz in Höhe von rund 55 Mio. Euro und ein EBIT von etwa 4,0 Mio. Euro. Im Jahr 2021 und den Folgejahren rechnen wir mit deutlichen Steigerungen bei Umsatz und operativem Ergebnis. Unser Ziel einer weiteren Margensteigerung wollen wir neben Skaleneffekten auch strategisch über den Ausbau von Systemkompetenz und intelligenteres Lösungsdesign erreichen.

Financial.de: Die Digitalisierungswelle macht auch vor den von Ihnen adressierten Branchen Einzelhandel und Gastronomie nicht halt. Ist das für Pyramid eher Chance oder Risiko?

Schneider: Das ist eine Chance für uns. Die Digitalisierung beginnt in der Regel im Backend, das Frontend folgt im Anschluss. Pyramid liefert für beide Anwendungen die passenden Lösungen. Corona bringt bei Einzelhandel und Gastronomie im ersten Schritt die Digitalisierung im Store-Server-Bereich, im zweiten dann den Rollout von interaktiven Touchpoints für die Endkunden. Wir verzeichnen großes Interesse in diesen Bereichen.

Financial.de: Inwiefern müssen Sie befürchten, dass Ihnen das Smartphone mittelfristig weiter das sprichwörtliche Wasser abgräbt und stationäre Self-Service-Terminals überflüssig macht?

Schneider: Das Smartphone ermöglicht eine zentrale digitale Interaktion mit dem Kunden. Das ist essenziell, um individuelle und automatisierte Prozesse abbilden zu können. Für unsere Lösungen ist dies sehr positiv, da dadurch das volle Potenzial unserer Produkte wie den Self-Service-Terminals gehoben wird.

Nehmen Sie als Beispiel das „Self-Ordering“ im Fast-Food-Restaurant. Natürlich könnten Sie auch auf dem Smartphone Ihre Bestellung zusammensetzen, aber die Experience auf dem interaktiven 32-Zoll-Monitor ist viel besser. Die Bezahlung erfolgt dann über das Smartphone.

Financial.de: Warum haben Sie sich gemeinsam mit den Altgesellschaftern für ein Reverse IPO im Zuge des Zusammenschlusses mit der mic AG entschieden?

Schneider: Für die weitere Entwicklung neuer Lösungen und die internationale Expansion bedarf es Wachstumskapital. Gemeinsam mit den Gründern habe ich nach Finanzierungsoptionen gesucht. Eine Veräußerung an Private-Equity-Investoren mit kurzfristiger Planung bis zum nächsten Exit stand außer Frage. Wir als Mittelständler denken langfristiger. Für unsere Kunden, Lieferanten, Partner und insbesondere auch für unsere Mitarbeiter wollten wir Klarheit und Perspektive liefern. Das ist mit dem Reverse IPO durch die mic AG gegeben.

Hier lesen Sie das vollständige INTERVIEW

 

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von Financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.

 


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