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15:55 | 15.07.2019
Rekordhoch: Airbus-Konzern erstmals über 100 Milliarden wert

Ein positiver Analystenkommentar und Probleme von Boeing haben Airbus am Montag auf ein Rekordhoch getrieben. Damit schaffte es der europäische Flugzeugbauer erstmals auf einen Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Euro. Damit hinkt er dem Erzrivalen aus den USA allerdings immer noch weit hinterher.

Bereits kurz nach dem Handelsstart in die neue Börsenwoche kletterten die Airbus-Titel um fast 1,7 Prozent auf 129,78 Euro. Auf diesem Niveau konnten sie sich zwar nicht ganz behaupten. Doch ein Kursplus von gut 1,3 Prozent auf 129,30 Euro reichte um die Mittagszeit immer noch für einen der vorderen Plätze im Mdax. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen – und spielt damit für diesen Zeitraum im Index der mittelgroßen deutschen Unternehmen ebenfalls weit vorne mit.

Im Gegensatz zu vielen Anlegern sieht Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan nur ein geringes Risiko, dass Airbus im kommenden Jahr eine Gewinnwarnung aussprechen muss. Zwar hätten viele europäische Industriekonzerne in den vergangenen Wochen sinkende Erträge in Aussicht gestellt, schrieb er in einer aktuellen Studie. Doch dies unterstreiche die Attraktivität der Airbus-Papiere als “sicherer Hafen”. Perry geht von starken Ergebnissen des Flugzeugbauers für das erste Halbjahr 2019 aus.

Entsprechend glaubt der Experte, dass die jüngsten Kursgewinne noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sind. Er zieht als Basis seiner Bewertung nun seine Schätzungen für das Jahr 2021 heran und errechnet daraus ein neues, höheres Kursziel von 163 Euro für die Aktie. Damit traut Perry dem Papier vom aktuellen Rekordhoch aus einen weiteren Anstieg um gut 25 Prozent sowie eine bessere Entwicklung als dem Sektor zu, weshalb er seine “Overweight”-Empfehlung beibehält. Er liegt mit seinem Ziel unter den Analysten, welche die Aktie beobachten, ganz vorn.

Die neuen Negativ-Schlagzeilen von Boeing dürften Airbus zusätzlich Auftrieb geben. Die Amerikaner könnten länger als bisher erwartet brauchen, bis sie ihren Mittelstreckenjet 737 Max wieder in Betrieb nehmen können. Immer mehr Mitarbeiter der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie Branchenvertreter nehmen mittlerweile an, dass aus dem Neustart in diesem Jahr nichts wird, berichtete das “Wall Street Journal” (WSJ) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Nach den zwei Abstürzen binnen weniger Monate und 346 Toten hatten sowohl die FAA als auch Boeing-Chef Dennis Muilenburg erklärt, sie erwarteten, dass das Flugverbot noch 2019 wieder aufgehoben werden könne.

Mit seiner erstmals zwölfstelligen Marktkapitalisierung lässt Airbus fast alle der 30 dax-Konzerne hinter sich. Einzig der Softwareriese SAP ist an der Börse mit 148 Milliarden Euro deutlich mehr wert. Dass Airbus dennoch nicht im wichtigsten deutschen Aktienindex vertreten ist, liegt daran, dass ein Großteil der Aktien an der Pariser Börse gehandelt wird und nicht auf dem elektronischen Handelssystem Xetra der Deutschen Börse. Im französischen Börsenbarometer Cac 40 sowie im Eurozonenleitindex EuroStoxx 50, die beide von der Mehrländerbörse Euronext berechnet werden, zählt Airbus derweil zu den Schwergewichten.

Dank Boeings Problemen mit dem Unglücksjet 737 Max könnte Airbus 2019 erstmals seit Jahren mehr Flugzeuge an die Kundschaft bringen als der US-Konzern. Das geht aus jüngst veröffentlichten Auslieferungszahlen beider Unternehmen hervor. Um Boeing den Rang als wertvollstes Börsenunternehmen der Branche abzulaufen, ist es aber noch ein weiter Weg. Denn ungeachtet des Kurseinbruchs der Boeing-Aktie kann der Konzern immer noch eine Marktkapitalisierung von knapp 206 Milliarden US-Dollar (umgerechnet fast 183 Milliarden Euro) vorweisen. (dpa-AFX)

Foto © Airbus


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