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14:05 | 02.09.2010
Loewe die Krallen gestutzt: Es drohen rote Zahlen

Sportjahre sind traditionell Loewe-Jahre. Vor Großereignissen wie Fußball-Weltmeisterschaften und Olympia verspürt das Traditionsunternehmen aus Kronach regelmäßig eine verstärkte Nachfrage nach seinen Premium-Produkten – auch vor der WM in Südafrika war das nicht anders. Doch die hochwertigen Fernsehgeräte konnten nicht geliefert werden.

Der Fernsehgeräte-Spezialist Loewe schließt nach dem verpatzten ersten Halbjahr auch einen Jahresverlust nicht aus. Ob es am Ende unterm Strich rote oder schwarze Zahlen geben wird, hänge vom Weihnachtsgeschäft ab, sagte der neue Loewe-Chef Oliver Seidl auf der Funkausstellung Internationalen Funkausstellung in Berlin. Der Umsatz werde in diesem Jahr aber nur leicht steigen.

Loewe hatte den erhofften Geschäftsschub durch die Fußball-WM verpasst: Weil die Lieferung von einem Zulieferer ausfiel, wurde eine neue Gerätereihe nicht rechtzeitig fertig. Im ersten Halbjahr gab es einen Verlust von gut vier Millionen Euro, Konzernchef Frieder C. Löhrer trat im Sommer zurück.

Seidl will nun einiges ändern: „Wir müssen schneller werden.“ Loewe brauche derzeit zu lange, um Innovationen auf den Markt zu bringen. Derzeit liege Loewe meist etwa neun bis zwölf Monate hinter dem ersten Anbieter einer neuen Technologie zurück. „Wir wollen diese Zeit auf sechs Monate verkürzen“, kündigte Seidl an. Die Strategie von Loewe sei aber grundsätzlich, neue Techniken erst bei Marktreife anzubieten. So verkaufe Loewe noch keine 3D-Fernsehgeräte: „Wir haben gesehen, dass 3D bisher nicht kundenfähig ist.“

Loewe verstehe sich auch weiter als Hersteller von Premium-Elektronik zu gehobenen Preisen, betonte Seidl. Unter die aktuellen Einstiegspreise bei 800 Euro werde Loewe nicht gehen.


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