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11:42 | 23.05.2011
Ryanair fliegt mit Gewinn durch die Aschewolke

Das erste Jahr nach der Wirtschaftskrise bescherte dem irischen Billigflieger Ryanair deutlich mehr Umsatz und Gewinn – trotz Aschewolke, hoher Kerosinpreise und neuer Ticketsteuer. Doch die Aktie gerät ins Trudeln, denn Ryanair-Chef Michael O’Leary dämpfte die Erwartungen für die kommenden Monate.

Die Ticketpreise dürften nur so weit steigen, dass das Unternehmen damit die höheren Kosten etwa für Treibstoff auffangen könne, sagte O’Leary bei Vorlage der Jahresbilanz. Dank der stärkeren Nachfrage nach Flugtickets steigerte Ryanair in den zwölf Monaten bis Ende März den Umsatz um 21 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro, die Zahl der Fluggäste legte um acht Prozent auf 72 Millionen zu. Die Gesellschaft verdiente unter dem Strich 375 Millionen Euro, rund 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Vulkanausbruch in Island hatte Ryanair wie auch andere Fluggesellschaften im April letzten Jahres heftig getroffen. Wegen tagelanger Luftraumsperrungen über Europa fielen tausende Ryanair-Flüge aus. Auch der hohe Treibstoffpreis lastete auf dem Gewinn: Die Kerosinrechnung wuchs im vergangenen Jahr um 37 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Ryanair-Chef O’Leary, dass die Zahl der Fluggäste um vier Prozent auf 75 Millionen zulegt. Der Überschuss dürfte – Sonderfaktoren ausgeklammert – rund 400 Millionen Euro erreichen. Dies wäre etwa so viel, wie die Gesellschaft im Jahr 2010/2011 verdient hätte, wenn man die Flugausfälle infolge des Vulkanausbruchs in Island im April 2010 heraus rechnet.

Die hohen Treibstoffkosten sieht O’Leary nicht nur negativ. Der hohe Ölpreis werde dazu führen, dass andere Gesellschaften ihr Flugangebot zusammenstrichen oder gar pleitegingen. „Wir erwarten, dass wir unseren Marktanteil weiter ausbauen und unser Geschäft in neue Märkte ausdehnen werden“, sagte O’Leary. Dies machten die niedrigen Betriebskosten und die sparsamen Flugzeuge der Gesellschaft möglich.


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