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9:06 | 24.01.2012
Software AG macht Anlegern wenig Hoffnung

Bereits die vorläufigen Geschäftszahlen sorgten bei den Anlegern für Entsetzen – jetzt folgt die Ernüchterung durch den Ausblick der Software AG. Auch 2012 wird ein schwieriges Jahr für Deutschlands zweitgrößten Softwarehersteller.

Hoffnungsträger bei den Darmstädtern bleibt Business Process Excellence (BPE), allerdings blieb die Integrationssoftware im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von 7 Prozent auch hinter den Markterwartungen zurück. Um in diesem Jahr in diesem Bereich wie geplant um 5 bis 15 Prozent zuzulegen, plant das MDax-Unternehmen eine Vertriebsoffensive, die besonders im weltgrößten IT-Markt, den USA, ansetzen soll. Dort geht die Software AG in diesem Jahr mit einer amerikanischen Tochter an den Start, denn es sollen lukrative, aber sicherheitssensible Aufträgen des öffentlichen Sektors an Land gezogen werden, bei denen Ausländer nicht berücksichtigt werden.

Ein Lichtblick im vergangenen Jahr war das BPE-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier konnten die Darmstädter ein Wachstum des Lizenzverkaufs von 30 Prozent verbuchen. „Wir haben Schritte eingeleitet, um weltweit ein vergleichbares Wachstum zu erreichen“, sagt Unternehmenschef Karl-Heinz Streibich.

Dagegen wird das Stammgeschäft mit Datenbanksoftware weiter stark zurückgehen. Nachdem die Sparte Enterprise Transaction Systems (ETS) 2011 um acht Prozent geschrumpft war, wird der Umsatz in diesem Jahr wohl um weitere sieben bis zwölf Prozent sinken.

TecDax-Aktie im Rückwärtsgang

Anfang des Monats hatten die Hessen vorläufige Geschäftszahlen veröffentlicht und damit die Markterwartungen mit weitem Abstand verfehlt: Der Umsatz fiel im zurückliegenden Geschäftsjahr von 1,12 auf 1,1 Milliarden Euro und verfehlte damit deutlich die im Oktober veröffentlichte Prognose. Damals hatte das Unternehmen einen währungsbereinigten Anstieg um zwei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Der Überschuss fiel von 175,6 auf 177,2 Millionen Euro. Im Herbst war hier noch ein Plus von 10 bis 15 Prozent erwartet worden. Die Software AG litt vor allem darunter, dass die Kunden nicht wie sonst üblich zum Jahresende kräftig in Datenbanksoftware investiert haben.

Die enttäuschende Geschäftsentwicklung lässt sich auch an der Entwicklung des TecDax-Titels ablesen:  Nach der Präsentation der vorläufigen Zahlen Anfang des Monats brach der Aktienkurs zwischenzeitlich um mehr als ein Viertel ein.


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