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16:23 | 31.01.2012
Sprudelnde Gewinne bei ExxonMobil

Die hohen Spritpreise haben dem US-Ölmulti ExxonMobil  im vergangenen Jahr einen Traumgewinn von unter dem Strich 41,1 Milliarden Dollar (31,2 Milliarden Euro) beschert. Die Summe würde ausreichen, um damit auf einen Schlag die Deutsche Bank zu kaufen. ExxonMobil betreibt in Deutschland die Tankstellen-Kette Esso und bohrt hierzulande mit einer umstrittenen Methode nach Erdgas.

Konzernchef Rex Tillerson sprach am Dienstag am Firmensitz in Texas von „starken Ergebnissen“. Selbst für amerikanische Dimensionen ist der Gewinn aber gigantisch. Zum Vergleich: Apple hatte angesichts boomender iPhone- und iPad-Verkäufe im vergangenen Geschäftsjahr (das im September endete) seinen Gewinn auf 25,9 Milliarden Dollar hochgeschraubt.

Der texanische Ölmulti und der kalifornische Technologiekonzern liefern sich seit Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt. Momentan liegt Apple mit 422 Milliarden Dollar knapp vorne. Die Exxon-Aktie verlor vorbörslich sogar leicht. Die Exxon-Investoren sind Megagewinne gewöhnt. Im Jahr 2010 hatte der Ölkonzern 30,5 Milliarden Dollar verdient.

Angesichts der hohen Ölpreise verzeichneten auch die Rivalen zuletzt kräftige Gewinnsprünge. So sahnte die ebenfalls US-amerikanische Chevron 26,9 Milliarden Dollar ab und erzielte damit einen Firmenrekord. Das Geld würde ausreichen, um etwa die Deutsche Post zu schlucken. ConocoPhillips < kam auf 12,4 Milliarden Dollar.
ExxonMobil konnte sowohl die Gewinne aus der Förderung von Öl und Gas als auch aus der Weiterverarbeitung steigern. Zudem besitzt ExxonMobil eine Chemiesparte, deren Gewinn allerdings schrumpfte. Der Gesamtumsatz kletterte um 26 Prozent auf 486,4 Milliarden Dollar. Alleine im Schlussquartal verdiente der Multi unterm Strich 9,4 Milliarden Dollar.

In Deutschland steht ExxonMobil derzeit mit der umstrittenen „Fracking“-Methode zur Gasgewinnung im Fokus. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in das Gestein gepresst, in dem das Gas gebunden ist. ExxonMobil erkundet an mehreren deutschen Standorten Möglichkeiten für diese Art der Gasförderung.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gibt es wegen Umweltbedenken aber Widerstand. Bund und Länder prüfen härtere Auflagen. In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung Erdgasbohrungen mit der umstrittenen Technik vorerst verboten.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre könnte diese Form der Erdgasgewinnung nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden von ExxonMobil Central Europe, Gernot Kalkoffen, jedoch ohne den Einsatz von Giftstoffen möglich sein. (dpa-AFX)


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