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10:34 | 17.08.2009
Topstory: Aluminium-Preisanstieg mit Vorsicht zu geniessen

TopStory: Am Weltmarkt für Aluminium macht sich – wenn auch nicht derart ausgeprägt wie bei den übrigen Industriemetallen, so doch überraschend deutlich – ein Aufwärtstrend bemerkbar. Obschon aus fundamentaler Sicht von Angebot und Nachfrage eine Hausse am Aluminiummarkt wenig Sinn macht, dürfte die Preisentwicklung, allerdings weniger ausgeprägt, im Schlepptau des Preisanstieges bei den übrigen Metallen bleiben. Immerhin ist der Aluminiumpreis seit Jahresbeginn um fast 30% gestiegen.

Obschon die vielerorts in Aussicht gestellte weltweite Konjunkturerholung mit vielen Fragezeichen behaftet bleibt, überwiegt seit dem Mai auch beim Handel mit Aluminium das Kaufinteresse. Erstaunlich ist diese Entwicklung deswegen, weil innert Jahresfrist die Vorräte in den lizenzierten Lagerhäusern der Metallbörsen von London und New York laufend steigen, noch im Juli 2008 etwas mehr als eine Mio Tonnen ausmachten und sich mittlerweile dem Niveau von 4,7 Mio Tonnen nähern.

Mit anderen Worten deckten die Reserven vor einem Jahr nicht einmal 2,2% der damaligen Nachfrage, heute aber fast 14%. Aufgrund des in den letzten Monaten gestiegenen Preises haben nämlich die Produzentenländer, darunter in erster Linie China, ihre Betriebe reaktiviert, nachdem sie diese noch im letzten Herbst wegen der drastischen Nachfrageflaute zum Teil stillgelegt hatten.

Der Preisanstieg am Aluminiumpreis wird zum Teil damit begründet, dass an den Märkten an sofort lieferbarer Ware Mangel herrscht. Rund 70% der genannten Vorräte seien mit finanziellen Verpflichtungen der Produzenten verknüpft und könnten erst dann zum Verkauf freigegeben werden, wenn diese Verpflichtungen eingelöst würden. Namentlich in China soll die Verfügbarkeit an Aluminium recht beschränkt sein, und die Erzeuger von Halbzeugprodukten haben wegen der starken inländischen Nachfrage den Ausstoss recht schnell gesteigert.

Zu einem anderen Teil wird die Preiserhöhung für Aluminium darauf zurückgeführt, dass die Verkäufe in der amerikanischen Automobilindustrie, als bedeutender Verarbeiter von Aluminium, im Juli auf den höchsten Stand des laufenden Jahres geschnellt sind. Offensichtlich profitieren in wachsendem Masse die Autobesitzer in den USA vom Angebot der Regierung, Altwagen gegen neue Modelle auszutauschen, mit dem Schlagwort “cash for clunkers”.

Allerdings gilt es am Aluminiummarkt zu warnen, dass die hohen Vorratsbestände jedem Preisauftrieb Grenzen setzen werden. Zusätzlich braucht die Produktion von Aluminium überdurchschnittlich viel Energie, nämlich 30-40% der Gesamtkosten, während das Recycling von Aluminium bloss 5% der Energie benötigt, welche für die Erzeugung von Primäraluminium bereitgestellt werden muss.
© awp Finanznachrichten AG


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