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13:25 | 11.08.2009
TopStory: Hohe Aluminiumbestände begrenzen Preisanstieg

TopStory: Zwar steigen die Aluminiumpreise nach den scharfen Einbrüchen des vergangenen Jahres wieder, die enormen Lagerbestände des Metalls und die wachsende Wahrscheinlichkeit von Kapazitäts-Restarts dürften dem jedoch Grenzen setzen. Der Markt hat sich seit Februar um rund 65% erholt. Damals war Aluminium an der Londoner Metallbörse auf ein Siebenjahrestief unter 1.300 USD/t gefallen, wird nun aber wieder um 2.100 USD/t gehandelt. Die höheren Preise haben bereits einige Produzenten, vor allem in China, zu einer Reaktivierung stillgelegter Kapazität veranlasst. Viele Beobachter halten den Preisanstieg aber nicht für fundamental gerechtfertigt, denn es sei zuviel Metall am Markt vorhanden. Malcolm Southwood von Goldman Sachs JBWere hält denn auch die Restarts für verfrüht. Sie würden das Ausmaß der Überversorgung kurzfristig noch verschlimmern, meint der Analyst. Bis vor kurzem war fast ein Viertel der weltweiten Aluminiumproduktion wegen der geringen Nachfrage und der niedrigen Preise stillgelegt. Und abgesehen von einigen Belebungsanzeichen in China, so etwa in der Bauindustrie, gibt es kaum Hinweise auf eine Erholung. Die Preisgewinne sind vielmehr eine Folge der Dollarschwäche und einer allgemein positiven Stimmungslage, die zusammengefasst die Commodities in die Höhe treiben.
Nach Schätzungen von Leon Westgate (Standard Bank) sind in diesem jahr 1,5 Mio t chinesische Schmelzkapazität wieder in Produktion gebracht worden, außerdem werden 700.000 t neue Kapazität in Gang gesetzt. Er rechne damit, dass im dritten Quartal noch einmal 1 Mio t Kapazität in Betrieb gehen. Jedoch ist der Markt ohnehin überversorgt und die Lagerbestände befinden sich auf historischen Höchstständen. In den Lagerhäusern der LME liegen jetzt mehr als 4,5 Mio t Aluminium. Darüberhinaus dürfte sich eine weitere Million Tonnen außerhalb des Systems befinden, in nicht registrierten Lagerhäusern oder in Häfen. Und schließlich sitzen Produzenten auf Beständen von Rohaluminium, die vom International Aluminum Institute auf 1,2 Mio t geschätzt werden. Chinesische Restarts gehen nach Aussage Westgates letztlich zu Lasten weiterer Schließungen im Westen. China macht sich dagegen weniger Sorgen über die Überproduktion, es wird die Überschüsse entweder konsumieren oder zu strategischen Zwecken auf Lager nehmen. In den westlichen Ländern haben bislang eher kleinere Unternehmen mit Restarts auf die Preiserholung reagiert, während sich die großen der Branche zurückhalten.


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