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14:10 | 09.11.2009
TopStory: Indien sorgt für Goldrausch

TopStory: Fast täglich wird in diesen Tagen ein neuer Rekord am Goldmarkt erzielt. Die Marke von 1′100 US-Dollar je Feinunze zu 31,1 Gramm ist zeitweise überschritten worden. Im Zeichen der Dollarschwäche am Devisenmarkt haben sich sogar Notenbanken auf die Käuferseite geschlagen. Und schon sprechen Goldgurus von einem weiteren Anstieg in den kommenden Monaten auf bis zu 1′500 und sogar 2′000 Dollar, Prognosen, die allerdings mit Vorsicht zu geniessen sind.

Der Kauf von 200 Tonnen durch die indische Notenbank Mitte der letzten Woche beim Internationalen Währungsfonds hat der seit Wochen anhaltenden Goldhausse neuen Auftrieb verliehen. Bei Indien handelt es sich um die drittgrösste Wirtschaftsmacht Asiens, die über die fünftgrössten Devisenreserven der Welt verfügt. Ferner zählt Indien mit einem mutmasslichen Satz für 2009 von neun Prozent zu der Ländergruppe, die in diesem Jahrzehnt die höchste Wachstumsrate aufweist. Indiens Goldbestände machen nun 6,2 Prozent der gesamten Devisenreserven aus, während China, mit einem Umfang von 1095 Tonnen noch weniger Gold besitzt als Indien und lediglich rund zwei Prozent der Reserven in Gold hält. Es ist denn auch nicht weiter verwunderlich, dass andere Länder, darunter Sri Lanka, Russland, China und Mexiko, als Käufer von Gold in Erscheinung treten.

Die Angst vor einer weiteren Entwertung des Greenback vor dem Hintergrund der riesigen amerikanischen Staatsverschuldung dürfte noch weitere Goldkäufe durch die Notenbanken auslösen. In diesem Zusammenhang erscheint es aus heutiger Sicht als höchst fraglich, dass seinerzeit die Schweizerische Nationalbank die namentlich von Politikern hoch gepriesenen Verkäufe von Goldbeständen tätigte. Mit den Käufen im laufenden Jahr bewahrheitet sich eine schon zu Jahresbeginn geäusserte Annahme, dass 2009 die Notenbanken nicht mehr als Verkäufer sondern als Nettokäufer in Erscheinung treten werden.

Dennoch hat diese Nachricht für viele private Investoren in aller Welt derart überraschend eingeschlagen, dass sie nun, aus Furcht vor grösseren Verlusten am Devisenmarkt, auf den fahrenden Zug aufsteigen und ebenfalls Gold kaufen, mit dem Resultat, dass das bisherige Allzeithoch von 1031 Dollar vom März 2008 schon deutlich überschritten wurde. Dank dem jüngsten Aufwärtstrend ist der Goldpreis bisher in diesem Jahr um rund 25 Prozent gestiegen. Bereits sprechen namhafte Oekonomen, darunter der bekannte Investmentberater Jim Rogers davon, dass der Goldpreis im Zuge dieser Hausse noch auf mindestens 2000 Dollar klettern wird. Ohne die unmittelbare Gefahr einer Inflation und von Wirtschaftsdepressionen in wichtigen Industrieländern machen allerdings derartige Prognosen wenig Sinn und finden aus fundamentaler Sicht keine Begründung.
 
© awp Finanznachrichten AG


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