8:16 | 04.11.2008
TopStory Rohstoffe: “Macquarie: Nickelproduktion muss noch weiter sinken”
financial.de TopStory: Die im Nickelbergbau tätigen Unternehmen haben ihre Produktion im bisherigen Jahresverlauf um etwas weniger als 140.000 t reduziert. Sie reagieren damit auf die schwachen Aussichten für die Nachfrage, aber auch auf ungeplante Störungen. Die Macquarie Bank sieht aber dessenungeachtet immer noch das Potenzial für einen Marktüberschuss im kommenden Jahr. Dass der Nickelpreis der Londoner Metallbörse in der vergangenen Woche zeitweise auf nur wenig über 4 USD/lb (8.850 USD/t) eingebrochen war, bedeutet nach Feststellung der Bank vom Montag, dass rund 30% der Weltproduktion oder rund 450.000 t mit Verlust produziert werden. Das hat Schockwellen durch die Industrie gesandt und eine Reihe von Produktionssenkungen ausgelöst.
Das Problem für den Nickelmarkt im kommenden Jahr besteht nach Feststellung von Macquarie darin, dass immer noch das Potenzial eines Angebotsanstiegs um 200.000 t droht, nämlich durch die Reaktivierung der 2008 eingebüßten Produktion und das Hochfahren bestehender und neuer Kapazitäten. Im vergangenen Monat hat der Nickelpreis seinen größten Einbruch überhaupt erlebt. Das hat seinen Ursprung in der kollabierenden Nachfrage nach rostfreiem Stahl, dessen Produktion rund zwei Drittel des gesamten Nickelangebots verbraucht. Der Bedarf an nickellegierten austenitischen Stählen wird nach Schätzung der Macquarie-Analysten gegenüber dem Vorjahr um mindestens 10% zurückgehen. Das Unternehmen schließt das aus der großen Zahl der Produktionssenkungen in der Rostfreiindustrie in Europa und Asien, die während des vergangenen Monats angekündigt wurden.
Die Aussichten für das Nachfragewachstum bei Nickel im Jahr 2009 liegen laut Macquarie noch unter 60.000 t. Der potenzielle Überschuss ohne weitere Aktionen zur Produktionsanpassung sei deshalb enorm. Macquarie veranschlagt diesen Überschuss auf 20.000 t, trotz der schon gegebenen Einschränkungen sowie weiterer 100.000 t, die von zu erwartenden Kürzungen und Produktionsstörungen betroffen sein dürften. Die niedrigen Nickelpreise und hohen Inputkosten haben etliche Bergbauunternehmen veranlasst, eine Senkung ihres Outputs in Aussicht zu stellen. Dazu gehört die Nummer eins in diesem Sektor, Norilsk Nickel, aber auch Xstrata Plc und Minara Resources Ltd. Einige Marktbeobachter warnen jetzt schon, die Produktionseinschnitte und Projektverschiebungen bei Nickel würden, wenn sich die Nachfrage wieder erholt, zu einer Wiederholung des für Rohstoffe typischen Boom-Bust-Zyklus führen.
financial.de 04.11.2008
|