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11:06 | 27.07.2010
Trotz Prognoseanhebung: MTU-Aktie trudelt tief ins Minus
Die Münchener MTU Aero Engines verspürte zuletzt kräftigen Rückenwind und hat nach einem sehr guten ersten Halbjahr die Jahresprognose angehoben. Dennoch gerät die Aktie des Triebwerkbauers stark ins Trudeln. Mit einem Minus von über 4 Prozent sind die MTU-Papiere (WKN A0D9PT) am Vormittag mit Abstand die größten Verlierer im MDAX. Erst die Ankündigung eines Rückkaufs von knapp 300.000 Aktien (aktueller Wert: 14 Millionen Euro) lockte wieder erste Käufer an. Ein Grund für die negative Marktreaktion war der Überschuss. Dieser legte zwar um 13 Prozent auf 28 Millionen Euro zu, verfehlte aufgrund von Währungseffekten aber klar die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 37 Millionen Euro gerechnet hatten. MTU-Chef Egon Behle gab für das zweite Halbjahr aber bereits Entwarnung: „Der Markt erholt sich wie erwartet, und die Entwicklung des Dollar-Wechselkursverhältnisses verleiht uns zusätzlichen Rückenwind.“ Deswegen war die Anhebung der Prognosen auch nicht überraschend: Im Gesamtjahr soll der Umsatz nun von 2,6 Milliarden auf 2,75 Milliarden Euro steigen, der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 292 Millionen auf 310 Millionen Euro. Weiterhin stabil bleiben soll der Überschuss, der 2009 bei 141 Millionen Euro lag. Bislang hatte der Vorstand auch bei den anderen Kennzahlen lediglich eine stabile Entwicklung erwartet. Der Auftragsbestand wuchs im ersten Halbjahr bereits um 14 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. „Das Verkehrsaufkommen liegt inzwischen sowohl im Passagierverkehr als auch bei der Fracht wieder auf dem Niveau vor der Krise“, erklärt Behle. Dies spiegele sich auch bei der Nachfrage wider. Im zweiten Quartal steigerte MTU den Umsatz stärker als erwartet um knapp vier Prozent auf 709 Millionen Euro, das bereinigte EBIT wuchs mit fast 22 Prozent auf 75 Millionen Euro überraschend deutlich. Den verbesserten Gewinn im operativen Geschäft verdankt MTU vor allem dem Absatz neuer Triebwerke und dem Wartungsgeschäft. In beiden Bereichen wurden zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Unterdessen investierte das Unternehmen auch wieder stärker in Forschung und Entwicklung. Die Ausgaben wurden um fast 29 Prozent auf 56 Millionen Euro gesteigert. |
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