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10:20 | 22.07.2010
Verhagelter Jahresstart: Praktiker senkt Umsatzprognose

Praktiker hat seine Anleger auf dem falschen Fuß erwischt: die Baumarktkette senkte nach dem verregneten zweiten Quartal ihre Umsatzprognose. In Erwartung guter Zahlen war der MDAX-Titel am Vortag noch stark gesucht.

Die Aktie von Praktiker legte am Mittwoch fast 5 Prozent zu, doch die Quartalszahlen sorgten am heutigen Donnerstag schnell für Ernüchterung – und ein deutliches Minus im frühen Handel.

Die Geschäfte von Praktiker leiden wie bereits im schneereichen ersten Quartal weiter unter der schlechten Witterung. So kam der Verkauf von Gartenartikeln im April und Mai nicht in Schwung. Im Gesamtjahr erwartet der Konzern nun einen Umsatzrückgang im einstelligen Bereich. Im Mai war Praktiker noch von moderat steigenden Erlösen ausgegangen.

Vorstandschef Wolfgang Werner betonte zwar, er blicke mit vorsichtigem Optimismus auf das zweite Halbjahr. Trotzdem werde der im ersten Halbjahr aufgelaufene Rückstand beim Umsatz nicht mehr aufzuholen sein.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 5,6 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBITA) fiel von 68,1 Millionen auf 52,2 Millionen Euro. Belastet hatten dabei Rückstellungen für eine Kartellstrafe in Polen wegen Preisabsprachen sowie Kosten für den Konzernumbau. Das um Sonderfaktoren bereinigte EBITA lag bei 65,1 Millionen Euro. Unter dem Strich wies Praktiker einen Gewinn von 25,8 Millionen Euro aus, dies war rund ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Praktiker-Chef Werner bezeichnet den Geschäftsverlauf im Q2 als „nicht zufriedenstellend“. Der kühle Frühling habe den Saisonstart im wahrsten Sinne des Wortes verhagelt. Außerdem komme die wirtschaftliche Erholung in Osteuropa nur langsam voran. In Rumänien, Bulgarien und Ungarn sei die Lage noch immer schwierig, und die Griechenland-Krise habe zusätzlich das Geschäft belastet.

Die italienische Großbank Unicredit hat die Einstufung für Praktiker nach Zahlen auf „Sell“ mit einem Kursziel von 5 Euro belassen. Die Commerzbank („Halten“) sieht die faire Bewertung bei 6 Euro.


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