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14:55 | 09.10.2018
„Vision 2015“: Wirecard beeindruckt Analysten und Aktionäre

Die langfristigen Geschäftsziele von Wirecard haben die Anleger am Dienstag vollends überzeugt. Die Aktie des Zahlungsdienstleisters machte einen Teil ihres zwölfprozentigen Kurseinbruchs vom Vortag wett. Analysten zeigten sich vor allem beeindruckt von der am Morgen vor dem Kapitalmarkttag in London bekannt gegebenen Geschäfts-“Vision 2025”.

Das Papier des erst vor etwas mehr als zwei Wochen in die erste Börsenliga aufgestiegenen Technologie-Unternehmens gewann zuletzt über 4 Prozent auf 173 Euro. Der deutsche Leitindex Dax gab zugleich rund ein halbes Prozent ab.

Auch wenn die Kurseinbußen vom Wochenbeginn damit längst noch nicht ausgeglichen werden konnten, bleibt die Entwicklung der Aktie auf längere Sicht betrachtet beeindruckend: Mit einem Kursplus von mehr als 85 Prozent seit Jahresbeginn hat Wirecard den mit Abstand deutlichsten Gewinn unter den 30 Dax-Konzernen eingeheimst. Adidas folgen an zweiter Stelle mit einem rund 20-prozentigen Wertzuwachs. Auf Zwölfmonatssicht ergibt sich sogar ein Kursplus für Wirecard von fast 120 Prozent.

Die Analysten Knut Woller von der Baader Bank und Hannes Leitner von der Schweizer UBS sehen sich angesichts der Langfristziele in ihrer positiven Meinung zu Wirecard vollauf bestätigt. Die Aussagen wiesen auf den Beginn eines neuen Trends, schrieb Woller. Sie machten deutlich, dass das im ersten Halbjahr beschleunigte operative Gewinnwachstum aus eigener Kraft keine einmalige Angelegenheit gewesen sei.

„Hoch ambitionierte Monster-Ziele“

Es werde ein kontinuierliches, hohes Wachstum auch über 2020 hinaus in Aussicht gestellt, hieß es in der UBS-Studie. Leitner und Woller gehen dabei von erneut konservativen Planungen des Konzerns aus, nachdem Wirecard die eigenen Ziele in den vergangenen vier Jahren immer wieder hochgesetzt und übertroffen hatte.

Beflügelt vom Boom des Online-Handels will der Konzern aus Aschheim bei München seine Transaktionsvolumina und damit auch Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebitda) bis zum Jahr 2025 vervielfachen. Für alle drei Kenngrößen werde mit einem jährlichen Wachstum im mittleren 20-Prozent-Bereich gerechnet. Der Umsatz etwa soll auf mehr als 10 Milliarden Euro steigen. Das wären etwa fünf Mal soviel wie Wirecard Analysten zufolge in diesem Jahr erlösen dürfte. Das Ebitda soll auf über 3,3 Milliarden Euro steigen. Das ist fast sechs Mal mehr als Analysten durchschnittlich für 2018 erwarten.

Barclays-Analyst Gerardus Vos bezeichnete Wirecards “Vision 2025” als “hoch ambitionierte Monster-Ziele”. Es scheine, als könnte der Konzern in den kommenden Jahren schneller als der niederländische Wettbewerber Adyen wachsen, schrieb er. Den Grund dafür sieht Vos in der Zusammenarbeit mit großen Handelskonzernen, die Wirecard in direkte Konkurrenz zu Ayden und des in London ansässigen Zahlungsabwicklers Worldpay bringen würden. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Wirecard


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