7:00 | 12.05.2009
DGAP-Adhoc: EADS – Ergebnisse für das erste Quartal (Q1) 2009
European Aeronautic Defence and Space Company / Quartalsergebnis
12.05.2009
Veröffentlichung einer Ad-hoc-Mitteilung nach § 15 WpHG, übermittelt durch die DGAP – ein Unternehmen der EquityStory AG.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.
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Ad-hoc-Mitteilung, 12. Mai 2009
EADS – Ergebnisse für das erste Quartal (Q1) 2009
EADS-Ergebnisse im ersten Quartal 2009 spiegeln Stärken und bleibende
Herausforderungen wider
– Auftragsbestand in Höhe von EUR 413 Mrd. ermöglicht aktives Management
von Auslieferungen
– Solide Nettoliquidität in Höhe von EUR 8,7 Mrd. entspricht Erwartungen
(Jahresende 2008: EUR 9,2 Mrd.)
– EBIT* vor Einmaleffekten bei EUR 0,4 Mrd.
– EBIT* von EUR 232 Mio. vor allem belastet durch Wechselkurseffekte
– Konzernergebnis liegt bei EUR 170 Mio.
EADS (Börsenkürzel: EAD) unterstreicht mit den Ergebnissen für das erste
Quartal 2009 seine anhaltend solide grundlegende Performance. Der hohe
Auftragsbestand ermöglicht ein aktives Management der Auslieferungen auf
dem erwarteten Niveau, der schwache Auftragseingang spiegelt dagegen die
konjunkturelle Abkühlung im zivilen Geschäft wider. Aufgrund eines -
verglichen mit dem Vorjahresszeitraum – unterproportionalen
Auslieferungsniveaus und anderen weniger vorteilhaften Phaseneffekten
betrug der Umsatz EUR 8,5 Mrd. Das EBIT* vor Einmaleffekten belief sich auf
EUR 0,4 Mrd. Das EBIT* litt im ersten Quartal vor allem unter
Wechselkurseffekten und Aufwendungen im A400M-Programm. Die weiterhin
solide Nettoliquidität von EUR 8,7 Mrd. bildet eine stabile Basis für die
nächsten Jahre. Wenngleich bis zum Jahresende und auch darüber hinaus nur
ein eingeschränktes Lagebild vorliegt, so ist EADS angesichts der Krise
doch gut aufgestellt.
Louis Gallois, der CEO von EADS, sagte: ‘Trotz der wirtschaftlichen
Herausforderungen ist und bleibt EADS in guter Verfassung. Wir beobachten
die Entwickung von Auftragsbestand und Auslieferungen sehr genau und
optimieren gleichzeitig unsere Effizienz. Im Hinblick auf das
A400M-Programm, auf welchem unser Hauptaugenmerk liegt, müssen wir eine
gemeinsame Lösung für den technischen und wirtschaftlichen Vertragsrahmen
finden, um die Risiken zwischen uns und unseren Kunden ausgewogen zu
verteilen. Wir stehen aber auch in diesen harten Zeiten dazu, langfristig
in unser zukünftiges Geschäft zu investieren. Unsere erfolgreichen
Integrationsmaßnahmen führen zu echten Synergieeffekten, die weit über
bloße Kosteneinsparungen hinausgehen. Konzernweit verfügen wir über ein
breites Spektrum an Kompetenzen, denen wir unsere einzigartige Position als
Anbieter optimaler Lösungen für die zukünftigen Bedürfnisse unserer Kunden
verdanken.’
EADS hat seine Geschäftsbereichsstruktur angepasst. Der Geschäftsbereich
Militärische Transportflugzeuge wird derzeit vollständig in Airbus
integriert und ist nun – unter dem Namen Airbus Military – der militärische
Bereich von Airbus. Dies wird das Programm-Management stärken und den
Einsatz von Ressourcen optimieren. Die neue Struktur gilt ab dem Jahr 2009.
Der Umsatz des Konzerns bezifferte sich auf EUR 8,5 Mrd. (Q1 2008:
EUR 9,9 Mrd.), bedingt durch ein unterproportionales Auslieferungsniveau
bei Airbus (116 Flugzeuge gegenüber 123 im ersten Quartal 2008), anderen
weniger vorteilhaften Phaseneffekten, negative Wechselkurseffekte sowie
eine geringere Umsatzrealisierung im A400M-Programm. Eine Steigerung ihres
Umsatzes konnten dagegen Astrium (plus 20 Prozent) und Eurocopter (plus 4
Prozent) erzielen.
Das EBIT* von EADS betrug im ersten Quartal EUR 232 Mio. (Q1 2008:
EUR 769 Mio.). Verantwortlich für diesen Rückgang waren in erster Linie
negative Wechselkurseffekte sowie Aufwendungen im A400M-Programm. Vor
Berücksichtigung dieser Einmaleffekte reduzierte sich das EBIT* von EADS
auf EUR 0,4 Mrd. (Q1 2008: EUR 0,7 Mrd.) – vor allem aufgrund von
Belastungen durch den Preisrückgang bei Airbus-Auslieferungen, niedrigere
Volumina und einen unvorteilhaften Produkt-Mix.
EADS erzielte ein Konzernergebnis von EUR 170 Mio. (Q1 2008: EUR 285 Mio.).
Dies entspricht einem Gewinn je Aktie in Höhe von EUR 0,21 (Q1 2008: EUR
0,35 Gewinn je Aktie). Aufgrund laufender Entwicklungsprogramme bei Airbus
und Eurocopter stiegen die Aufwendungen für eigenfinanzierte
Forschung und Entwicklung leicht auf EUR 562 Mio. (Q1 2008: EUR 534 Mio.).
Der Free Cash Flow vor Kundenfinanzierungen betrug EUR -600 Mio.
(Q1 2008: EUR 1,022 Mrd.). Die Veränderung im Vergleich zum
Vorjahresquartal, als der Free Cash Flow von überaus vorteilhaften
saisonalen Effekten profitierte, bildet den rückläufigen
Brutto-Zahlungsmittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit ab. Dieser
wiederum resultierte aus dem niedrigeren Quartalsgewinn und der
Verschlechterung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital). Diese folgt
aus dem Vorratsaufbau bei Airbus, bedingt durch das Ungleichgewicht
zwischen aktuellen Produktionsraten und unterproportionalen
Auslieferungszahlen im Vergleich zur Gesamtjahresprognose. Trotz der
derzeit widrigen Marktumstände musste EADS im ersten Quartal netto
keinerlei Kunden unterstützen. Deshalb liegt der Free Cash Flow
einschließlich Kundenfinanzierungen bei EUR -585 Mio. (Q1 2008: EUR 1,079
Mrd.).
Die Nettoliquidität des Konzerns blieb mit EUR 8,7 Mrd. (Jahresende 2008:
EUR 9,2 Mrd.) auf hohem Niveau, womit EADS in diesen wirtschaftlich
unvorhersehbaren Zeiten über eine solide Liquiditätsbasis verfügt.
Die Saisonalität des institutionellen und des Verteidigungsgeschäfts von
EADS lässt darauf schließen, dass sich Umsatz, Ergebnis und
Cash-Performance gegen Jahresende tendenziell stärker entwickeln.
Der Auftragseingang erreichte einen Wert von EUR 9,3 Mrd. (Q1 2008:
EUR 39,3 Mrd.), und spiegelt damit deutlich die rückläufigen zivilen
Flugzeug- und Hubschrauberbestellungen bei Airbus und Eurocopter wider.
Allerdings stützten die Bestellung von 35 Ariane 5 im Wert von über EUR 4
Mrd. und der im ersten Quartal 2009 verbuchte Auftrag Frankreichs über 22
NH90-Hubschrauber den Auftragseingang. Ende März 2009 erreichte der
Auftragsbestand von EADS mit EUR 412,6 Mrd. (Jahresende 2008:
EUR 400,2 Mrd.) einen neuen Rekordwert, getrieben von einem US-Dollareffekt
in Höhe von EUR 13 Mrd. Die Bestände des Verkehrsflugzeug-Geschäfts
basieren auf Listenpreisen. Im Verteidigungsgeschäft sorgten solide
Auftragseingänge für einen stabilen Bestand im Wert von EUR 54,9 Mrd.
(Jahresende 2008: EUR 54,9 Mrd.). Ende März 2009 beschäftigte EADS 117.198
Mitarbeiter (Jahresende 2008: 118.349).
Im A400M-Programm macht die erste Maschine Fortschritte auf dem Weg zum
Erstflug. Sie durchläuft gegenwärtig Systemtests; das zweite Flugzeug ist
fertiggestellt und wird demnächst ebenfalls mit den Systemtests beginnen.
Die Triebwerk-Tests auf dem fliegenden Prüfstand erbringen
zufriedenstellende Ergebnisse; bislang fanden acht Testflüge mit insgesamt
mehr als 21 Flugstunden statt. Die statischen Tests des Fahrwerks sind
abgeschlossen und die Ermüdungstests des Flugzeugs in vollem Gang.
Wie der Kunde OCCAR kürzlich bekannt gab, haben sich die sieben
Erstkunden-Nationen auf ein dreimonatiges Moratorium bis Ende Juni 2009
verständigt. Damit haben alle Programmpartner nun die Möglichkeit, das
weitere Vorgehen in einer Reihe offener Themen abzustimmen. Auch besteht so
die Chance zur Neuausrichtung des Vertrags zu akzeptablen Konditionen für
alle Beteiligten. In der Zwischenzeit wird EADS mit Zulieferern und
Partnern die Erstellung eines verlässlichen Zeitplans, der auch ein Datum
für den Erstflug vorsieht, vorantreiben.
Darüber hinaus eröffnet diese Phase den Verhandlungsprozess, in dem man
sich über eine Reihe von Szenarien austauschen wird. EADS hat dabei das
Ziel, jegliche weiteren potenziellen Verluste einzudämmen. Sämtliche
finanziellen Konsequenzen der Verzögerungen werden jedoch erst nach
Abschluss der Verhandlungen feststehen. Bis dahin wird jede Schätzung
ungenau oder nicht vollständig sein.
Aus bilanztechnischer Sicht ist anzumerken, dass in den kommenden Perioden
möglicherweise noch wesentliche Belastungen für das Ergebnis zu verbuchen
sein werden, sobald die Kosten abschätzbar werden oder entsprechende
Ereignisse die Rückkehr zur Methode der Bilanzierung unter Schätzung der
Gesamtkosten bis zur Fertigstellung verlangen. Eventuelle positive Effekte
aus den laufenden Verhandlungen mit Kunden könnten diese Belastungen
verringern; allerdings werden sie erst dann berücksichtigt, wenn sie mit
OCCAR und den Erstkundennationen vereinbart worden sind.
Wegen des anhaltend hohen Grads an Ungewissheit in diesem Programm wendet
EADS weiterhin die Methode der Bilanzierung in der frühen Phase eines
Auftrags an.** Die EBIT*-Belastung in Höhe von EUR -120 Mio. im ersten
Quartal bei Airbus spiegelt keine neue Schätzung der Kosten bis zur
Fertigstellung wider. Sobald EADS die Mehrkosten zuverlässiger absehen
kann, wird sie zur Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad
(’cost-at-completion method’) zurückkehren.
Ausblick
Die zu Jahresbeginn beschriebenen Tendenzen haben sich im ersten Quartal
2009 bestätigt. Wenngleich die konzernweite Bottom-up-Analyse des
Auftragsbestandes für die nächsten Jahre nach wie vor Überbuchungen
aufweist, so stellt die Verschlechterung der makroökonomischen und der
Verkehrsindikatoren eine Herausforderung für Auftragsbestand und
Überbuchungen dar. Deshalb beobachtet EADS den Markt, die Kundenbasis und
die Zulieferer sehr sorgfältig und wendet weiterhin das Konzept einer
‘rollierenden Planung’ an. Neben dem zivilen Auftragsbestand bietet die
solide Auftragslage im Verteidigungsgeschäft und im Geschäft mit
institutionellen Kunden dem Konzern ein gewisses Maß an Sicherheit und
Stabilität.
EADS erwartet im Jahr 2009 bei Airbus bis zu 300 neue Brutto-Bestellungen,
was angesichts der gegenwärtigen Marktbedingungen herausfordernd sein wird.
Ausgehend von einer stabilen Auslieferungserwartung und einem Dollarkurs
von EUR 1 = US$ 1,39 sollte sich der EADS-Umsatz weitgehend auf dem Niveau
von 2008 bewegen.
Auf der Grundlage dieser Annahmen sollte das EBIT* vor Einmaleffekten im
Jahr 2009 geringer, aber deutlich positiv ausfallen und von einer robusten
grundlegenden Performance getragen werden. Das EBIT* wird von steigenden
Aufwendungen für Forschung & Entwicklung (F&E) wie auch von – verglichen
mit dem Jahr 2008 – wesentlich schlechteren
Wechselkurssicherungs-geschäften, sinkenden Preisen, höheren
Kundenfinanzierungen und steigenden Unterstützungskosten belastet werden.
Dies wird in Teilen durch weitere Einsparungen im Power8-Programm
ausgeglichen werden. Hinsichtlich der Einmaleffekte könnten überarbeitete
Zeitpläne für den Abschluss des A400M-Programms im ersten Halbjahr zu
wesentlichen Aufwendungen führen, die das EBIT* belasten würden. Sollte
EADS im ersten Halbjahr einen genauen Überblick über die Kosten erlangt
haben, wird der Konzern zur Bilanzierung nach dem Fertigstellungsgrad
(’cost-at-completion method’) zurückkehren. Jedwedes positive Ergebnis der
Verhandlungen mit Kunden und Zulieferern muss konkretisiert werden, ehe es
berücksichtigt werden kann.
Der Free Cash Flow wird 2009 einige negative Einflüsse aus geringeren
Kundenanzahlungen bei Airbus und einem gewissen Vorratsaufbau im vierten
Quartal 2009 im Zusammenhang mit der reduzierten Produktionsrate für die
A320-Familie widerspiegeln. Die jüngst angekündigte Reduzierung der
A380-Auslieferungen wird den Free Cash Flow ebenfalls beeinträchtigen,
wenngleich der weitere Vorratsaufbau durch Produktionsoptimierungen und
Supply-Chain-Management abgefedert werden kann. EADS geht davon aus, im
Jahr 2009 Kunden bei der Finanzierung ihrer Auslieferungen nach eigenem
Ermessen und in diskreter Weise zu unterstützen. Der Cash-Verbrauch für in
den vergangenen Jahren getätigte Rückstellungen wird den Cash Flow zudem
belasten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und angesichts des derzeitigen
Lagebilds geht EADS nicht davon aus, im Jahr 2009 mehr als rund EUR 1,5
Mrd. an Free Cash Flow nach Kundenfinanzierungen zu verbrauchen. Mögliche
Belastungen aus dem A400M-Programm sind darin nicht berücksichtigt.
* Die EADS verwendet das EBIT vor Goodwill-Wertminderungen und
außerordentlichen Posten als Schlüsselindikator für die wirtschaftliche
Leistung. Der Terminus ‘außerordentliche Posten’ bezieht sich auf
Sachverhalte, wie Aufwendungen aus Abschreibungen der aufgedeckten stillen
Reserven aus der Gründung der EADS, dem Airbus-Unternehmenszusammenschluss,
der Gründung der MBDA sowie in diesem Zusammenhang stehende Wertminderungen
aufgrund von Werthaltigkeitstests.
** Da das Ergebnis des A400M-Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt
werden kann, kann EADS derzeit nicht alle Kriterien der Bilanzierung des
Auftrags nach der Gewinnrealisierungsmethode nach dem Fertigstellungsgrad
erfüllen. Deshalb und in Übereinstimmung mit IAS 11 (Fertigungsaufträge)
hat EADS die Gewinnrealisierung nach dem Fertigstellungsgrad
(Meilenstein-Methode) ausgesetzt. Stattdessen wurden die bislang
angefallenen Auftragskosten als Aufwand sowie Umsatzerlöse entsprechend den
angefallenen Auftragskosten – insoweit diese wahrscheinlich einbringbar
sind – (’Frühe-Phase’-Methode) in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht.
Zudem wurde die bestehende Rückstellung für die die gesamten Auftragserlöse
übersteigenden gesamten Auftragskosten neu berechnet, jedoch nur für jene
Auftragskostenbestandteile, die EADS verlässlich schätzen konnte.
Kontakt:
Edmund Reitter +49 89 607 34510
Markus Wölfle +49 89 607 34287
12.05.2009 Finanznachrichten übermittelt durch die DGAP
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Sprache: Deutsch
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1119 PR Schiphol Rijk
Niederlande
Telefon: 00 800 00 02 2002
Fax: +49 (0)89 607 – 26481
E-Mail: ir@eads.net
Internet: www.eads.com
ISIN: NL0000235190
WKN: 938914
Indizes: MDAX
Börsen: Regulierter Markt in Frankfurt (Prime Standard); Freiverkehr
in Berlin, Hannover, Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart
Ende der Mitteilung DGAP News-Service
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