Hannover (ddp-nrd). Der unternehmensnahe Dienstleistungssektor in
Norddeutschland bleibt von der Wirtschaftskrise nicht verschont. «Die
fetten Jahre» seien zunächst auch für die Dienstleister vorbei, sagte
der Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform
Hannover-Celle, Holger Bissel, am Donnerstag in Hannover bei der
Vorstellung einer Analyse für den norddeutschen
Dienstleistungssektor.
Während in den vergangenen Jahren einige Bereiche der Branche zu
den klaren Gewinnern des Aufschwungs gehört hätten, seien gerade
diese zunehmend von der Rezession betroffen. Die «Kreditklemme oder
zumindest Kreditvergabeklemme» im Bereich der kurzfristigen Darlehen
treffe die Dienstleistungsunternehmen besonders hart, ebenso die
daraus folgend verschlechterte Zahlungsmoral, sagte Bissel.
Gleichwohl sieht sich die Branche auch weiterhin als kräftiger
Jobmotor im Norden. Im unternehmensnahen Dienstleistungssektor wurden
den Angaben zufolge in den ersten neun Monaten des Jahres rund 38 400
neue Arbeitsplätze geschaffen, das entspricht einem
Beschäftigungsplus von 3,4 Prozent. Die Personalpläne seien auch
weiterhin nach oben gerichtet. So wollen die Dienstleister ihre
Belegschaften 2009 um durchschnittlich 1,9 Prozent aufstocken.
In Norddeutschland gibt es den Angaben zufolge derzeit rund 113
800 unternehmensnahe Dienstleister, in denen etwa 1,08 Millionen
Menschen beschäftigt sind. In Hamburg sind 252 300 Menschen im
Bereich der Unternehmensdienstleistung tätig, in Schleswig-Holstein
rund 161 400, in Niedersachsen rund 494 900, in Bremen rund 90 400
und in Mecklenburg-Vorpommern rund 76 000.
Für die Analyse des AGA Unternehmensverbandes, Creditreform und
des Verbandes Groß-, Außenhandel und Dienstleistungen Niedersachsen
(GVN) wurden mehr als 1000 Unternehmen in den Nordländern befragt.
(ddp)
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