WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

18:17 | 02.02.2009
Arabischer Investor bestätigt Kauf von Flughafen Cochstedt

Magdeburg/Cochstedt (ddp-lsa). Die jahrelange Suche nach einem
Investor für den Flugplatz Cochstedt (Salzlandkreis) ist beendet. Die
internationale Investmentgruppe IIH aus Abu Dhabi hat den in den
vergangenen Jahren mit Millioneninvestitionen ausgebauten einstigen
Militärflugplatz erworben. Der Chairman der International Investment
House Co. LLC (IIH), Ahmed Darwish Dagher, sagte, die Investition in
Cochstedt diene auch dazu, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen
Abu Dhabi, den Vereinigten Emiraten und Sachsen-Anhalt zu bestärken.
Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) bezeichnete es als
«Topverkauf». Der Käufer habe ein Geschäft gemacht und auf den
Landeshaushalt kämen keine Kosten mehr zu.

Sachsen-Anhalt hatte seit den 90er Jahren insgesamt 60 Millionen
Euro in die Infrastruktur investiert und mehrfach erfolglos versucht,
den Flugplatz zu verkaufen.

Der Kaufpreis für Cochstedt liegt bei neun Millionen Euro. Der
Investor habe ein Betreiberkonzept vorgelegt, das aufgrund der
schwierigen Marktlage im Luftverkehr als plausibel und realistisch
eingeschätzt werde, sagte Haseloff. Rund 200 Arbeitsplätze seien
geplant. Der Finanzausschuss des Landtages hatte in der vergangenen
Woche dem Kauf zugestimmt. Damit wurde der im Dezember 2008
abgeschlossene Vertrag rechtskräftig.

Das Unternehmen will den Flughafen inklusive Industrie- und
Gewerbegebiet zu einem Frachtflugzentrum für Güter ausbauen.
Mittelfristig soll der Flughafen für zivile und kommerzielle
Luftfahrt geöffnet werden. Zunächst fehlt noch die Genehmigung für
die sogenannte Flugzone «D» für Instrumenten- und Sichtflug Tag und
Nacht. Dabei geht es um den von einem Tower kontrollierten Luftraum
um einen Flughafen. Diese Erlaubnis ruhte bisher. Haseloff rechnet
mit der Erteilung der Genehmigung im Juni. Der Bund habe «grünes
Licht» signalisiert.

Die Mitteldeutsche Airport Holding, unter deren Dach sich unter
anderem der Flughafen Leipzig/Halle befindet, blickt gelassen auf das
Engagement der Araber in Cochstedt. Wie ein Sprecher der Holding
sagte, stößt ein Interessent an der Logistikregion Mitteldeutschland
im Gegensatz zu Cochstedt am Flughafen Leipzig/Halle bereits auf eine
ausgebaute und leistungsfähige Infrastruktur, an der bereits alle
Verkehrsträger wie Schiene, Straße und Luft vernetzt seien.

Haseloff verwies darauf, dass Sachsen-Anhalt den Flugplatz
Cochstedt der Mitteldeutschen Airport Holding angeboten habe. Von
dort habe es allerdings kein Interesse an einer Übernahme gegeben,
obwohl Leipzig/Halle in «Nachtflugnöten» sei. Das Land ist an der
Holding mit 18,54 Prozent und die Stadt Halle mit 0,2 Prozent
beteiligt. Haseloff geht davon aus, dass der Verkauf von Cochstedt
keine Konkurrenz zu Leipzig/Halle sei.

Der ehemalige Militärflugplatz der sowjetischen Armee wurde in den
90er Jahren ausgebaut. 2001 ging die Betreiberfirma pleite. 2006
wurde der Flugplatz wiedereröffnet. Flugverkehr gibt es dort derzeit
kaum noch.

(ddp)


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