5:52 | 18.02.2009
Zeitung: Banken greifen bei Schaeffler durch
Hamburg (ddp-bay). Beim hoch verschuldeten Autozulieferer
Schaeffler beginnen die Banken Presseinformationen zufolge mit der
Machtübernahme. Nach einem Bericht der «Financial Times Deutschland»
(Mittwochausgabe) muss Finanzchef Thomas Hetmann den Konzern mit
einem Jahresumsatz von neun Milliarden Euro und 66 000 Mitarbeitern
auf Betreiben der Institute verlassen. Der 46-Jährige verhandele
derzeit die Details seines Aufhebungsvertrags. Zudem hätten die
Kreditgeber ein Krisenteam eines Wirtschaftsprüfungskonzerns in das
fränkische Familienunternehmen beordert, um sich ein unabhängiges
Bild von der finanziellen Situation zu machen.
Die Banken können Schaeffler eine solche Prüfung aufzwingen, wenn
das Unternehmen Vorgaben aus Kreditverträgen bricht, schreibt das
Blatt weiter. Da dies Insidern zufolge Mitte 2009 der Fall sein
dürfte, habe Schaeffler kaum Handhabe, dies zu verwehren. Als letzte
Option hätten die Banken der Schaeffler-Führung angedroht, notfalls
ihre Schulden in Eigenkapital zu wandeln, um so den Konzern zu
kontrollieren.
Hetmann hatte den Kauf des Konkurrenten und DAX-Konzerns
Continental 2008 zusammen mit Geißinger und den Banken
vorangetrieben. Seitdem ist Schaeffler mit rund zwölf Milliarden Euro
verschuldet. Für die Konsortialbanken birgt die heikle Lage des
Konzerns ein erhebliches Risiko: Ein Ausfall der Schaeffler-Kredite
würde das Eigenkapital der Institute empfindlich reduzieren.
(ddp)
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