WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

15:19 | 20.03.2009
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Unternehmer Lars Windhorst

Berlin (ddp.djn). Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage wegen
Insolvenzdelikten, Betrugs und Untreue gegen den einstigen
Vorzeigeunternehmer Lars Windhorst erhoben. Der 32-Jährige soll unter
anderem im Jahr 2001 ein Privatdarlehen über 20 Millionen D-Mark
durch falsche Angaben erlangt haben, wie die Staatsanwaltschaft am
Freitag in Berlin mitteilte. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht
fest. Windhorst galt in den 1990er Jahren als junger Aufsteiger der
deutschen Wirtschaft und reiste in Wirtschaftsdelegationen mit dem
damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Inzwischen hat er mehrere
Insolvenzen hinter sich.

Die Staatsanwaltschaft wirft Windhorst vor, als Geschäftsführer
zweier nach ihm benannter Gesellschaften deren Zahlungsfähigkeit ab
Juni 2002 beziehungsweise Januar 2003 bis zu seinem Ausscheiden aus
den Gesellschaften nicht beim Insolvenzgericht angezeigt haben. Den
Insolvenzantrag für eine von ihm geführte und seit Januar 2002
zahlungsunfähige Aktiengesellschaft soll er erst verspätet gestellt
haben. Zudem soll er Bilanzen verspätet erstellt haben. Als Untreue
im besonders schweren Fall wertet die Anklage zudem mehrere
Einzelzahlungen in Höhe von insgesamt rund 4,8 Millionen Euro vom
Konto der Aktiengesellschaft auf sein Privatkonto.

(ddp)


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