2:45 | 08.09.2009
Neuer EU-Bericht: Deutsche Löhne im EU-Vergleich kaum gestiegen
Berlin (ddp). Die Löhne der Arbeitnehmer in Deutschland haben sich
in den vergangenen Jahren deutlich ungünstiger entwickelt als in den
meisten EU-Ländern. Laut eines neuen EU-Berichts zur europäischen
«Einkommensentwicklung 2008» stiegen die Einkommen in Deutschland im
vergangenen Jahr real nur um 0,1 Prozent, berichtet die Tageszeitung
«Die Welt» (Dienstagausgabe). 2007 waren die Reallöhne um 0,1 Prozent
zurückgegangen. Damit gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in
Europa. Im EU-Durchschnitt hatten die Arbeitnehmer im vergangenen
Jahr 1,3 Prozent mehr Geld in der Tasche, im Jahr 2007 betrug der
Anstieg der Reallöhne in der EU 3,6 Prozent.
Dem Bericht der ´EU-Behörde zur Verbesserung der Lebens-und
Arbeitsbedingungen´ zufolge verdienten Frauen in Deutschland 23
Prozent weniger als Männer. Nur in Zypern, den Niederlanden, der
Slowakei und Estland seien die Einkommensunterschiede zwischen den
Geschlechtern noch größer. Im EU-Durchschnitt verdienen demnach
Frauen 16,6 Prozent weniger als Männer. Am geringsten seien die
Unterschiede in Italien (4,4 Prozent), Portugal und Slowenien
(jeweils 8,3 Prozent).
Die Europäischen Gewerkschaften kritisierten die Entwicklung der
Löhne in Deutschland. «Die ungleiche Behandlung von Männern und
Frauen in Deutschland ist ein Skandal», sagte der stellvertretende
Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, Reiner
Hoffmann, der Zeitung. Der Vizechef der europäischen Gewerkschaften
verwies darauf, dass Frauen in Deutschland zwar besser ausgebildet
sind, aber dennoch weniger verdienten. Hoffmann: «Die Arbeitgeber in
Deutschland müssen endlich umdenken und Frauen gleiche Rechte bei der
Entlohnung einräumen. Andere Länder zeigen doch, dass das geht.»
(ddp)
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