16:29 | 10.03.2010
Zuversicht in der Reisebranche nimmt zu
Berlin (ddp). Nach dem Krisenjahr 2009 hellt sich in der deutschen
Tourismusbranche die Stimmung wieder auf. Auf der am Mittwoch
gestarteten Internationalen Tourismusbörse (ITB) zeigten sich
führende Vertreter der Reiseindustrie und der Politik zuversichtlich.
Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr habe sich die Lage
stabilisiert, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP)
und fügte hinzu: «Es geht wieder aufwärts.»
Laut Deutschem Reiseverband (DRV) zeigt der Buchungstrend für den
Sommerurlaub nach oben. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT)
prognostiziert für die Jahre 2010/2011 einen Zuwachs bei den
Übernachtungen in Deutschland zwischen einem und drei Prozent. Im
vergangenen Jahr waren sie um 0,2 Prozent auf 368,7 Millionen
gesunken.
Brüderle und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit
(SPD) hatten am Vormittag mit einem Rundgang die weltweit führende
Messe der Reisebranche eröffnet. Erste Station war der Stand der
Türkei als diesjährigem Partnerland der ITB.
«Im Oktober haben wird die Talsohle durchschritten«, sagte die
DZT-Vorstandsvorsitzende Petra Hedorfer. Möglicherweise werde der
erwartete Zuwachs «nicht ganz linear verlaufen». Eine Stabilisierung
des Aufwärtstrends erwartet Hedorfer für 2011.
DRV-Präsident Klaus Laepple rechnet damit, dass sich in diesem
Jahr die Zahl der Reisenden stabilisiert. Die um fünf bis acht
Prozent niedrigeren Preise gegenüber dem Vorjahr böten für viele
Stimulanz genug, einen Urlaub zu buchen. Eine Prognose zur
Umsatzentwicklung der Reiseveranstalter wollte Laepple nicht
abgegeben. Dies wäre »fahrlässig«. Dazu sollten die nächsten zwei bis
drei Monate abgewartet werden. Im vergangenen Jahr hatten die
Reiseveranstalter einen Umsatzrückgang von rund drei Prozent auf 20,8
Milliarden Euro verzeichnet.
Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher
(FDP), verteidigte die von der schwarz-gelben Bundesregierung
beschlossene Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie.
Diese entfalte jetzt ihre Wirkung und habe sich positiv auf die
Preise, aber auch auf zusätzliche Investitionen und Arbeitsplätze
ausgewirkt.
Nach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR)
ist die Urlaubslust der Bundesbürger ungebrochen. Allerdings klaffe
die »soziale Schere” auch im Tourismus immer weiter auseinander,
sagte FUR-Chef Peter Aderhold. Der Reisemarkt insgesamt sei stabil,
die Aussichten seien gut. Denn die Deutschen schauten im Jahr 2010
viel positiver in die Zukunft als noch vor einem Jahr.
Die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland erhöhte sich im
Januar laut Statistischem Bundesamt leicht. Gegenüber dem
Vorjahresmonat stieg sie um zwei Prozent auf 19,2 Millionen. Von der
Gesamtzahl der Übernachtungen entfielen 16,4 Millionen auf
inländische Gäste, was einem Plus von zwei Prozent entspricht. 2,8
Millionen Übernachtungen wurden von Besuchern aus dem Ausland
gebucht, drei Prozent mehr als im Januar 2009.
(ddp)
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