14:39 | 11.03.2010
Landtag fordert von Nordic-Eigner unternehmerisches Handeln
Schwerin (ddp-nrd). Der Schweriner Landtag hat am Donnerstag an
die unternehmerische Verantwortung des Eigentümers der
Nordic-Yards-Werften appelliert. Mit der Stimmenmehrheit von SPD und
CDU votierte das Parlament in namentlicher Abstimmung für einen
entsprechenden Koalitionsantrag.
Der russische Eigner Vitaly Yusufov wird darin aufgefordert, alle
Anstrengungen zu unternehmen, die Schiffbaubetriebe in Wismar und
Warnemünde zu erhalten, finanzierte Aufträge vorzulegen und
Einstellungszusagen gegenüber den Beschäftigten zu treffen. Die
Landesregierung soll den Investor demnach bei seinen Anstrengungen
unterstützen. Die Abgeordneten der Linksfraktion enthielten sich, die
anderen Oppositionsfraktionen FDP und NPD stimmten gegen den Antrag.
Die Linke scheiterte mit ihren eigenen Forderungen nach
Beteiligung von Bund und Land an den maritimen Unternehmen sowie nach
einer Verlängerung der Transfergesellschaften für die früheren
Wadan-Werften über den März hinaus bis Ende Juli.
Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sagte, das Land könne dem
Eigner nicht «seine ureigenste Aufgabe abnehmen», Aufträge zu
akquirieren. Jedoch sei bei einem Spitzengespräch am Dienstag ein
Finanzierungskonzept für den Schiffbauauftrag durch Norilsk Nickel
vereinbart worden, das nun auf Tragfähigkeit geprüft werde.
Linksfraktionschef Helmut Holter betonte, dass aus seiner Sicht nicht
nur der Eigentümer, sondern auch Bund und Land Verantwortung für den
Fortbestand der Werften trügen.
Ein Gespräch zwischen Vertretern von Bund und Land mit Yusufov war
am Dienstag ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Eine
Entscheidung über die Verlängerung der Transfergesellschaften, in
denen ein Großteil der Beschäftigten der insolventen Wadan-Werften
gebunden ist, soll am 24. März getroffen werden.
(ddp)
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